Was ist der Unterschied zwischen Cannabisöl, Hanföl und CBD-Öl?

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Eben weil die Hanfpflanze unter so vielen verschiedene Namen bekannt ist, kann man an der ein oder anderen Stelle auch schon mal durcheinander kommen. Cannabis ist das offizielle lateinische Wort für Hanf und dennoch sind Cannabisöl und Hanföl zwei verschiedene Sachen. Ebenso darf man CBD-Öl nicht gleichsetzen mit Hanföl oder Cannabisöl, auch wenn alle Öle eine wesentliche Sache gemein haben: Sie werden aus der Hanfpflanze gewonnen. Unterscheiden tun sie sich jedoch hinsichtlich ihrer Inhaltsstoffe und dem Anwendungszweck. Obwohl die Hanf-Welt manchmal sehr unübersichtlich sein kann, zeigen wir die Unterschiede ganz transparent und überschaubar auf.

Die Vielseitigkeit der Hanfpflanze

Der Hype um Hanfprodukte jeglicher Art steigt seit ein paar Jahren stetig an. Dabei wird Hanf schon seit hunderten von Jahren zu verschiedenen Produkten weiterverarbeitet. Ob Papier, Textilien, Baumaterial oder Gründüngung – im Hanf schlummern viele Talente. Darunter auch Inhaltsstoffe, die unseren Körper von innen als auch von außen unterstützen können. Aufgrund dessen kommt Hanf zum Beispiel immer häufiger in der Kosmetikbranche zum Einsatz. Die Haut wird vor dem Austrocknen geschützt und die Haare gepflegt. Die positiven Effekte von Hanf auf unseren Körper machen das Kraut auch zu einem wichtigen Bestandteil in der Medizin. Die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten der Hanfpflanze liegen ihrer Vielseitigkeit an Inhaltsstoffen zugrunde. Und das sind auch diese, die den kleinen aber feinen Unterschied zwischen Cannabisöl, Hanföl und CBD Öl zum Vorschein bringen. 

Cannabisöl als vollständiger Auszug der Cannabispflanze

Obwohl Cannabis offiziell das lateinische Wort für Hanf ist, sind Cannabis- und Hanföl zwei verschiedene Dinge. Zurückzuführen ist dies auf die Geschichte des Hanfes. Vor ungefähr 4.000 Jahren wurde Hanf zum ersten Mal zu medizinischen Zwecken verwendet. Schmerzlinderung, Wundheilung, Durchfall oder Fieber – die Pflanze war bekannt für ihre heilsame Wirkung und vor allem frei zugänglich. Geändert wurde dies aufgrund des 1929 ausgesprochenen Hanfverbotes. Zuerst war der private Umgang mit der Pflanze verboten, später auch der medizinische und schließlich sogar der Anbau von Hanfpflanzen in der Form als Nutzpflanze. 1996 ändert sich das Betäubungsmittelgesetz, insofern Faser- beziehungsweise Nutzhanf wieder angebaut werden darf. Dabei handelt es sich um eine selektiv gezüchtete Variante von Cannabis sativa mit besonders niedrigem THC-Gehalt. Von Seiten des Gesetzes darf dieser nämlich die festgesetzt Grenze von 0,2 Prozent THC nicht überschreiten. Damit soll sichergestellt werden, dass die Pflanze nicht missbräuchlich verwendet werden kann. Spricht man also heute von Hanf, wird in der Regel Faser- beziehungsweise Nutzhanf gemeint, während hingegen Cannabis eher mit der Pflanze im ursprünglichen Sinne assoziiert wird. Ein anderer Begriff für besonders THC-haltigen Hanf wäre Marihuana.

Cannabisöl ist also – wieder der Name schon vermuten lässt – ein vollständiger Auszug der Pflanze und vereint alle enthaltenen Cannabinoide, Terpene und Flavonoide, die in Cannabis beziehungsweise Marihuana enthalten sind. Hergestellt wird das Öl, indem die Wirkstoffe aus Blättern und Blüten der Pflanze extrahiert werden. Das Extrakt wird dann mit einem Trägeröl vermengt und somit für den Konsum vorbereitet. Das fertige Cannabisöl ist nahezu schwarz und vergleichsweise dickflüssig. Das liegt daran, dass für die Extraktion häufig Butan und als Trägeröl Olivenöl verwendet wird. Entscheidend ist, dass außerdem keine Verbindungen bei der Herstellung entfernt werden. Daher wird Cannabisöl häufig auch als THC-Öl, Haschischöl oder Haschöl bezeichnet. Der THC-Gehalt liegt bei 50 bis 80 Prozent und macht somit einen großen Bestandteil aus. Die enthaltenen Terpene und Flavonoide verstärken zudem die Aufnahme und Wirkung von THC. Damit einher geht auch der Zweck der Einnahme. Während CBD-Öl zum Beispiel für gesundheitsfördernde Zwecke eingesetzt wird, wird Cannabisöl vornehmlich konsumiert, um bewusstseinsverändernde Effekte auszulösen. Da das Öl einen erhöhten Gehalt an psychoaktivem THC aufweist, fällt es unter das Betäubungsmittelgesetz und ist für Privatkonsumenten nicht ohne Weiteres legal erhältlich. Lediglich Menschen mit ausgeprägten, chronischen Erkrankungen können seit 2017 Cannabisöl auf Rezept erhalten. 

THC und CBD: Die bekanntesten Cannabinoide im Vergleich

Ob ein Hanfprodukt unter das Betäubungsmittelgesetz fällt oder nicht, entscheidet sich in der Regel aufgrund des Anteils von THC und CBD. Diese zählen zu den wohl bekanntesten und am heißesten diskutierten Cannabinoiden der Hanfpflanze. Insgesamt verfügt die Pflanze über etwa 120 verschiedene Phytocannabinoide Ausreichend erforscht sind diese aber noch lange nicht. Lediglich THC und CBD haben bereits großes Interesse innerhalb der Wissenschaft geweckt, weshalb die Cannabinoide hinsichtlich ihrer Wirkung auf den tierischen und menschlichen Körper bereits vielseitig untersucht wurden. Während THC als psychoaktives Cannabinoid bekannt und für die besagten Rauschzustände der Hanfpflanze verantwortlich ist, gilt CBD als das beruhigende und neuroprotektive Gegenstück zu THC. Beide agieren im Körper auf ähnliche Art und Weise. 

THC und CBD interagieren mit dem Endocannabinoid-System, welches für zahlreiche wichtige Prozesse in unserem Körper verantwortlich ist. Darunter unser Immunsystem, Schmerzempfinden sowie Ängste und Appetit. Das Ziel liegt darin, das System mit seinen endogenen (körpereigenen) Cannabinoiden im Gleichgewicht zu halten, sodass alle Abläufe reibungslos funktionieren können. Krankheiten, Stress, Schlafmangel oder hormonelle Veränderungen können das Endocannabinoid-System jedoch aus dem Gleichgewicht bringen. Äußern tut sich das auf unterschiedliche Art und Weise. Von Hautproblemen bis hin zu chronischen Schmerzen. Um das System nun wieder ins Gleichgewicht zu bringen, können von außen zugeführte, also exogene, Cannabinoide unterstützen. Dazu zählen THC und CBD. Wie die zwei letztendlich dabei helfen, unterscheidet sich jedoch. Zwar handelt es sich in beiden Fällen um Lipidverbindungen, die mit den Rezeptoren des Endocannabinoid-System interagieren, jedoch bindet THC beispielsweise an den CB1-Rezeptor, während CBD sowohl die CB1- als auch die CB2-Rezeptoren besetzt, sodass kein anderes Cannabinoid andocken kann. Dies erklärt unter anderem den Effekt, dass CBD die psychoaktive Wirkung (zusammenhängend mit der Aktivierung des CB1-Rezeptors) von THC hemmt. Auch die schmerzlindernde, angstlösende und antidepressive Wirkung von CBD lässt sich durch diese Funktionsweise begründen. 

Wie man nun erkennen kann, haben exogene Cannabinoide großes Potential, wenn es darum geht, körpereigene Prozesse zu beeinflussen. Die vollständige Wirkung der Cannabinoide ist bislang jedoch noch nicht aufgeklärt. Dennoch lassen sich aus den bisherigen Ergebnissen von Studien Vor- als auch Nachteile der Wirkung von THC und CBD ableiten. 


THCCBD
Vorteile➕ Positive medizinische Wirkung bei chronischen Schmerzen, Übelkeit, Appetitlosigkeit, Krämpfen, Entzündungen, Depression, Glaukom, Schlafstörungen, Epilepsie und Tumor-Wachstum

➕ Vermehrte Ausschüttung von Dopamin
➕ Positive Wirkung bei Stress, Ängsten, Entzündungen, Schmerzen und Depression

➕ Stimmungsaufhellende Wirkung durch Bindung an Serotonin-Rezeptor

➕ Hemmt den Abbau körpereigner Cannabinoide

➕ Wirkt nicht psychoaktiv

➕ Hat kaum Nebenwirkungen
Nachteile➖ Kann einen negativen (zum Teil auch nachhaltigen) Einfluss auf die Informationsverarbeitung, insbesondere auf das Arbeits- und das Kurzzeitgedächtnis haben

➖ Toleranzentwicklung durch vermehrte Aktivierung der CB1-Rezeptoren

➖ Erhöhtes Suchtpotential

➖ Die psychoaktive Wirkung beeinflusst die Sinneswahrnehmung und das Zeitgefühl.

➖ Psychische Erkrankungen wie Psychosen, Paranoia oder Depressionen können Folgen von übermäßigem THC-Konsum sein
➖ Bei einer zu hohen Dosierung kann es zu kurzfristiger Schläfrigkeit, Unregelmäßigkeit in der Verdauung sowie einem trockenen Mund kommen

Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass das Endocannabinoid-System bei jedem Menschen unterschiedlich reagieren kann. Wie Cannabinoide wirken, hängt demnach sowohl von der Dosis als auch von der konsumierenden Person ab.

Hanföl und CBD-Öl: Kaum THC und dennoch verschieden

Wie bereits zu Beginn erwähnt, wurde in Deutschland der Anbau von Hanf für kurze Zeit verboten, ist jedoch seit 1996 unter Einhaltung der auferlegten Kriterien wieder erlaubt. Diese besagen, dass der THC-Anteil in der Pflanze höchstens 0,2 Prozent aufweisen darf. Zur Herstellung von Hanföl und CBD-Öl werden genau diese Pflanzenteile verwendet, weshalb beide Öle eine Sache gemein haben: Der THC Anteil ist so gering, dass eine psychoaktive Wirkung ausgeschlossen werden kann. Hanföl weist sogar einen THC Anteil von null Prozent auf. Zur Herstellung von diesem Öl werden nämlich weder Blätter noch Blüten der Pflanze verwendet, sondern die Hanfsamen. Im Gegensatz zu den grünen Pflanzenteilen enthalten diese von Natur aus kein THC. Denn sowohl CBD als auch das THC wird insbesondere aus dem Harz gewonnen, welches die Drüsenhaare der Cannabispflanze produzieren. Diese Drüsen befinden sich aber primär auf Blättern und Blüten der Pflanze und nicht auf den Samen. Das heißt Hanfsamenöl ist, unabhängig von den verwendeten Sorten der Cannabis Sativa L., sowieso frei von THC. Die Samen werden in einem schonenden Kaltpress-Verfahren verarbeitet. Der Hanfpresskuchen, der dabei übrig bleibt, wird gerne zu Hanfmehl gemahlen oder ausgesiebt und als hochwertiges Hanfprotein-Pulver verkauft. Durch die kalte Verarbeitung bleiben alle Enzyme und wertvollen Inhaltsstoffe im Öl vorhanden. Das Öl wird im Anschluss auch nicht gefiltert, wodurch die hell- bis dunkelgrüne Farbe bestehen bleibt. Diese eher dunkle Färbung lässt sich durch den hohen Anteil an Chlorophyllen und Carotinoiden erklären. In den Samen der Hanfpflanze sind außerdem viele Nähr- und Vitalstoffe – insbesondere Zink, Magnesium und Eisen – in relevanten Mengen enthalten. Das Hanföl liefert darüber hinaus ein ideales Verhältnis (3:1) an Omega-6- und Omega-3-Fettsäuren. Dieses stellt einen nicht zu verkennenden Gesundheitsfaktor dar, weshalb Hanföl aus ernährungsphysiologischer Sicht besser zu bewerten ist als andere Speiseöle. Die Wissenschaft stuft Hanföl sogar als DAS ausgewogenste Öl ein und die WHO rät aufgrund dessen vermehrt zum Konsum. 

CBD-Öl besteht in der Regel auch zu einem großen Teil aus Hanföl. Nur wird dieses zusätzlich angereichert mit dem bereits erwähnten Cannabinoid CBD. Dieses wird ähnlich wie THC auch aus den Blüten und Blättern der Hanfpflanze extrahiert. Der große Unterschied im Vergleich zur Herstellung von Cannabisöl besteht darin, dass die im Fall von CBD-Öl die verwendeten Pflanzenteile einen THC-Anteil von maximal 0,2 Prozent erreichen. Das durch die gewählte Extraktionsmethode gewonnene CBD Extrakt wird zur Herstellung von CBD Öl anschließend mit einem Trägeröl angereichert. Wie bereits erwähnt, wird dazu in der Regel Hanföl verwendet. Daraus entstanden ist dann das beliebte CBD Vollspektrumöl. Es gibt aber noch zwei weitere Arten von CBD-Ölen: Breitband und Isolat. Breitband-CBD-Öle enthalten, wie Vollspektrumöle auch, Terpene, Flavonoide und die weniger bekannten Cannabinoide der Hanfpflanze. Allerdings ist in Vollspektrumölen auch immer ein ganz kleiner Teil an THC zu finden. Dieser ist so gering, dass davon weder eine psychoaktive Wirkung noch ein Suchtpotential ausgeht. Breitbandöle haben diesen Anteil nicht. Hierbei wird vollkommen auf THC verzichtet. CBD Isolate gehen noch einen Schritt weiter. In diesen Produkten ist weder THC noch ein anderes Cannabinoid außer CBD zu finden. Auch die Terpene und Flavonoide werden mit Hilfe spezieller Filtermethoden vollständig entfernt, sodass nur das reine CBD übrigbleibt. Dieses nimmt üblicherweise die Form von Kristallen an oder weißem Pulver und kann ebenfalls einem Trägeröl untergemischt werden, wodurch wieder CBD-Öl entsteht. Allerdings verzichtet man in diesem Fall auf den sogenannten Entourage-Effekt. Darunter versteht man eine spezielle Art von Synergie, bei der sich die möglichen Effekte aller enthaltenen Substanzen ergänzen und unterstützen. Die Extraktion der Inhaltsstoffe entscheidet somit, wie das Öl im Körper letztendlich wirkt.

Extraktionsmethoden von CBD

Vorrangig verwendet man zur Extraktion von CBD die Blüten der weiblichen Hanfpflanze. Diese werden vor der Weiterverarbeitung über fünf bis sieben Tage hinweg getrocknet. Erst wenn die Blüten zu 100 Prozent getrocknet sind, kann die Extraktion durchgeführt werden. Hierzu werden verschiedene Methoden angewandt. Man muss wissen, dass das Cannabinoid in der Hanfpflanze als Carbonsäure (CBDA) vorliegt. Erst durch die sogenannte Decarboxylierung wird der inaktive Inhaltsstoff in CBD umgewandelt. Das heißt, von der Carbonsäure wird ein Kohlenstoffdioxid-Molekül abgespalten. Die anschließende Extraktion kann mittels Lösungsmittel, Erhitzung, überkritischem Kohlenstoffdioxid oder Öl durchgeführt werden. Butan beispielsweise, wie es häufig bei der Herstellung von Cannabisöl angewandt wird, ist ein Lösungsmittel. Weitere sind Alkohol, Ethanol oder Hexan. Ungefährlich ist diese Methode jedoch nicht, da Lösungsmittel allgemein sehr leicht entzündlich sind. Außerdem wird unter anderem auch Pflanzenmaterial gelöst, welches nicht erwünscht ist. Die Extraktion mittels Hitze ist nicht ganz so gefährlich und geht relativ schnell. Allerdings birgt sie das Risiko, dass die enthaltenen Terpene das Erhitzen leider nicht überstehen. Da diese jedoch einen wichtigen Teil zu pharmakologischen Wirkung beitragen, sollten sie bestenfalls erhalten bleiben. Ein sehr beliebtes und schonendes Verfahren gegenüber dem Pflanzen- und Blütenmaterial ist die CO2 Extraktion. Alle wichtigen pharmakologischen Substanzen bleiben erhalten und gleichzeitig ist die Methode kostengünstig und umweltschonend. Zuletzt steht noch die Möglichkeit im Raum, die Wirkstoffe mittels Öl zu extrahieren. Diese Methode ist auch für Laien geeignet und kann zuhause durchgeführt werden. Man muss jedoch beachten, dass die CBD Blüten zuerst decarboxyliert werden. Dazu kann das Pflanzenmaterial einfach kurz in den Ofen geschoben werden. Anschließend werden die Blüten dann mit Hilfe eines Trägeröls mehrere Stunden auf dem Herd erwärmt. Der einzige Nachteil dieser Methode ist, dass man kaum Kontrolle über das Endprodukt hat und der CBD-Gehalt eher schwach und unzuverlässig ist. Für den kommerziellen Gebrauch ist diese Methode deswegen ungeeignet. 

Wann nutze ich welches Öl?

Wie man sieht, ist die Welt der Hanfprodukte und Cannabinoide äußerst vielseitig und komplex. Man unterscheidet nicht nur zwischen den einzelnen Kategorien sondern findet auch nochmal Unterschiede innerhalb der CBD-Öle und den Extraktionsmethoden. Für Laien kann diese Komplexität erstmal verwirrend sein. Beschäftigt man sich jedoch vermehrt mit dem Thema und verschafft sich einen klaren Überblick, kann man das Potential der Hanfpflanze für sich selbst gezielt nutzen. Wann genau welches Öl verwendet werden soll, ergibt sich aus den einzelnen Eigenschaften der Öle.

Anwendung von Cannabisöl

Wie bereits erwähnt, ist der Konsum von Cannabisöl durch Privatpersonen aufgrund der aktuellen Gesetzeslage in Deutschland verboten. Allerdings kann das Öl im Fall einer schwerwiegenden Erkrankung unter bestimmten Voraussetzungen durch die behandelnden Ärzt:innen verordnet werden. Laut § 31 Absatz 6 SGB V. setzt ein Anspruch auf die Versorgung mit Cannabis voraus, dass

„1. eine allgemein anerkannte, dem medizinischen Standard entsprechende Leistung

a) nicht zur Verfügung steht oder
b) im Einzelfall nach der begründeten Einschätzung des Arztes unter Abwägung der zu erwartenden Nebenwirkungen und unter Berücksichtigung des Krankheitszustandes des Patienten nicht angewendet werden kann,

2. eine nicht ganz entfernt liegende Aussicht auf eine spürbare positive Einwirkung auf den Krankheitsverlauf oder auf schwerwiegende Symptome besteht.“

Eine Anwendung von Cannabisprodukten kann unter anderem zur Linderung von chronischen Entzündungen und Schmerzen beitragen. Im Gegensatz zu herkömmlichen schmerzhemmende Arzneimittel, erhöhen diese nicht das Risiko, bei dauerhafter Einnahme Organe zu schädigen.

Anwendung von Hanföl

Der Geschmack von Hanföl kann als leicht nussig beschrieben werden. Je dunkler das Öl ist, desto markanter kommt der typische „Hanf“ Geschmack zum Ausdruck. Hanföl bringt somit Abwechslung in die gesunde Küche und stellt einige Speiseöle aufgrund der enthaltenen Nährstoffe in den Schatten. Oft hört man davon, dass eine gesunde Ernährung impliziert, dass man auf Fette verzichten muss. So ganz stimmt das aber nicht. Es kommt immer darauf an, um welche Form von Fetten es sich handelt. Gesunde Fette sind nämlich nicht nur nicht schlecht, sondern übernehmen auch noch lebensnotwendige Aufgaben bei diversen Stoffwechselprozessen. Beispielsweise unterstützen sie die Funktionen von Enzymen und Hormonen. Außerdem stabilisieren sie den Blutzuckerspiegel, steigern die Leistung des Gehirns und ermöglichen die Aufnahme der fettlöslichen Vitamine A ,D, E und K. Hanföl zählt zu den gesunden Fetten und eignet sich daher bestens zur Herstellung von Salatdressings und Dips. Lediglich zum Braten sollte es nicht verwendet werden. Die wertvollen Fettsäuren zersetzen sich nämlich ab einer Temperatur von 165°C. Um von dem gesundheitlichen Nutzen profitieren zu können, sollte man also täglich zwei bis vier Teelöffel des Öls in einem kalt zubereiteten Gericht zu sich nehmen. 

Neben der Verwendung in der Küche, wird Hanföl aber auch gerne in anderen Branchen eingesetzt. So zum Beispiel in der Kosmetik. Wobei hier häufig auf raffiniertes Öl zurückgegriffen wird, welches frei von Mineralien, Vitaminen und anderen Nährstoffen ist. Dadurch ist das Öl auch klar und schmeckt nach nichts. Auch in der Industrie kommt Hanföl zum Einsatz. So zum Beispiel als Schmiermittel oder für die Zubereitung von Kunstoffen. Obwohl Hanföl durchaus gesund ist und über viele wertvolle Inhaltsstoffe verfügt, wird es eher weniger eingesetzt, um gesundheitlichen Leiden entgegenzuwirken. In diesem Fall greift man dann eher auf das CBD-Öl zurück.

Anwendung von CBD-Öl

Im Gegensatz zu Cannabisöl ist CBD-Öl weitaus vielseitiger sowie auch für private Zwecke geeignet. Erfahrungsberichten zufolge kann durch die Einnahme verschiedenen Symptomen entgegengewirkt werden. Dem CBD-Öl wird ein entzündungshemmendes, angstlösendes, beruhigendes und schmerzlinderndes Potenzial nachgesagt. Darüber hinaus soll CBD-Öl zu einem verbesserten Wohlbefinden verhelfen, ohne ein High zu verursachen. CBD-Öl zählt zu den freiverkäuflichen Hanfprodukten und ist absolut legal – sofern die geltenden Bestimmungen in Bezug den erlaubten THC-Anteil eingehalten werden. Wie man Hanf-Öl anwendet, ist einem selbst überlassen. Sowohl die Anwendungsform als auch die Dosierung kann individuell angepasst werden. Üblicherweise gibt man das Öl Tröpfchenweise unter die Zunge und lässt es für wenige Sekunden dort, bevor man den Rest hinunterschluckt. CBD-Öl eignet sich aber auch, um es auf die Haut aufzutragen. Trockene und eingerissene sowie fettige und unreine Haut sollen von dem Wirkstoff profitieren können. Auch im Bereich Anti-Agigng-Pflege kommt CBD vermehrt zum Einsatz. Dabei kann man auf fertige Kosmetikprodukte zurückgreifen oder die CBD-Creme einfach selbst machen. 

Fazit

Sowohl Cannabisöl als auch CBD-Öl enthalten einen Auszug der Inhaltsstoffe von Cannabis sativa L.. Der Unterschied definiert sich durch das Verhältnis dieser zueinander. Während Cannabisöl einen hohen Anteil an THC aufweist, darf CBD-Öl maximal 0,2 Prozent THC enthalten. Dafür steht das nicht psychoaktive Cannabinoid CBD im Vordergrund. Je nachdem, aus welchem Grund man auf die Wirkung der Inhaltsstoffe von Cannabis zurückgreifen möchte, eignet sich ein entsprechendes Öl. Ohne eine ärztliche Zustimmung kann man als Privatperson aber nur auf CBD-Öl zurückgreifen. Oder eben auf Hanföl.  Während Cannabisöl und CBD-Öl jedoch dazu beitragen können, Symptome bei den Betroffenen zu lindern, hat Hanföl in diesem Sinne keine Wirkung. Allerdings kann das Öl aufgrund seiner wertvollen Inhaltsstoffe zu einer Stärkung des Immunsystems, einer Senkung des Cholesterinspiegels und der Anregung des Stoffwechsels beitragen. Einen blutdrucksenkenden Effekt kann das Hanföl ebenfalls haben. Darüber hinaus soll Berichten zufolge der Juckreiz, welcher durch Hautprobleme ausgelöst wird, gelindert werden können. 

Folgende Tabelle soll die Unterschiede der drei Öle noch einmal verdeutlichen.


CannabisölHanfölCBD-Öl
Ausgangs-materialienBlüten und Blätter SamenBlüten und Blätter
THC Gehalt> 50 Prozent < 0,2 Prozent < 0,2 Prozent
Psychoaktive EigenschaftBerauschende EffekteKeine berauschenden EffekteKeine berauschenden Effekte
LegalitätFällt unter das Betäubungsmittelgesetz, Kauf daher nur auf RezeptFreiverkäuflichFreiverkäuflich
Anwendungs-formOrale EinnahmeAls SpeiseölSublingual, oral, topisch
Anwendungs-zweckRauschzweck, evtl. medizinische ZweckeAls Ergänzung zu einer gesunden Ernährung. Das Öl ist reich an wertvollen Fettsäuren, Vitaminen und Mineralstoffen.Symptome lindern, allgemeines Wohlbefinden steigern

Hanf und seine Inhaltsstoffe können auf vielseitige Art und Weise zu einem gesunden Leben beitragen. Es ist lediglich wichtig, die Unterschiede sowie die entscheidenden Faktoren zu kennen, um richtig mit den Produkten umgehen zu können und auf keine betrügerische Masche hereinzufallen. Denn durchaus gibt es Personen, die das Mysterium rund um die Cannabispflanze für sich nutzen und beispielsweise ganz normales Hanföl überteuert verkaufen, indem sie es so aussehen lassen, als würde es sich um CBD Öl handeln. Da auch viele Hersteller mit den Bezeichnungen der Produkte jonglieren ist die beste Lösung, sich selbst die Zusammensetzung ganz genau anzuschauen und falls nicht beschrieben, den Hersteller nach einem Analysezertifikat zu fragen. Handelt es sich um einen seriösen Anbieter, sollte er dieses auf Anfrage auch zur Verfügung stellen.

Hoffentlich konnte dieser Beitrag dazu beitragen, die Unterschiede zu verstehen um zukünftige Unklarheiten im Keime zu ersticken.