Umweltfreundliche Kleidung aus heimischen Pflanzen – die ökologischen Rohstoffe der Textilindustrie

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Textilien bestehen aus Fasern. Diese bilden das Ausgangsmaterial für Garne oder Gewebe. Daraus wiederum wird unsere Kleidung hergestellt. Mit einem Blick auf das Etikett des Lieblings-Shirts erkennt man, um welche Fasern es sich dabei handelt – natürliche oder synthetisch erzeugte. Doch was steckt eigentlich dahinter und wieso ist der Trend berechtigt, auf umweltfreundliche Kleidung zurückzugreifen?

Die erste Kleidung als Schutz vor äußeren Einflüssen

Seit etwa 170.000 Jahren schützt der Mensch seine Haut vor Kälte, Sonne und schließlich auch vor fremden Blicken. Die Eiszeit soll laut Forschern der Auslöser für die Entstehung von Kleidung gewesen sein. Aus welchen Materialien die Kleidung zu Beginn bestand, kann man nicht sicher sagen. Im Hinblick auf die Geschichte von Adam und Eva muss es ein Feigenblatt gewesen sein. Da der Mensch allerdings vom Affen abstammt, liegt die Vermutung nahe, dass Fell die erste Art von Kleidung war. Die Neandertaler schützten sich jedenfalls mit unbehandelten Tierfellen vor der Kälte. Die erste bearbeitete Kleidung soll vor 35.000 Jahren in der Steinzeit entstanden sein. Dazu wurden, neben erlegten Tieren, die Rinde von Bäumen sowie Naturfasern verwendet.

Zur Herstellung von Naturfasern wurden Rohstoffe verwendet, die einen pflanzlichen oder tierischen Ursprung haben.

Naturfasern pflanzlichen Ursprungs

Vor einigen Jahren sollen Forscher in Georgien Fasern aus wildem Flachs entdeckt haben. Das Alter der Fasern wurde 34.000 Jahre geschätzt. Flachs – auch Lein genannt – ist eine alte Kulturpflanze, die insbesondere zur Faser- und Ölgewinnung angebaut wurde. Damals hatten die Menschen den Flachs wohl zu Schnüren und Seilen verarbeitet, um damit die Tierhäute zusammenzunähen oder ihre Habseligkeiten auf Reisen zu Bündeln und zu schnüren. Später konnte man auch die Kleidung selbst bzw. Leinengewebe aus der Pflanze herstellen. Dazu hat man den Flachs zuerst geröstet. Durch den damit bezeichneten Fäulnisprozess bilden sich Pilze, welche die Flachsfasern vom Stängel lösen. Die zurückgebliebenen Fasern wurden gekämmt und damit geschmeidig für das anschließende Verspinnen gemacht. War das Garn fertig, konnte man mit Hilfe eines Webstuhls das Leinengewebe fertigstellen. Durch die Verwendung synthetischer Fasern sowie durch den Import von Baumwolle, ist die Verwendung von Flachs als Faserpflanze völlig in den Hintergrund getreten. Jedoch in Regionen mit extremer Hitze wird der Leinenstoff weiterhin in der Textilbranche bevorzugt verarbeitet. Grund dafür ist die hohe Wärmeleitfähigkeit von Flachs, wodurch sich das fertige Gewebe angenehm kühl auf der Haut anfühlt.

Die Baumwolle zählt heute zur bedeutendsten Textilfaser der Welt. In über 80 Ländern wächst Baumwolle in tropischen und subtropischen Gebieten. Die Pflanze braucht ausreichend Wasser um zu gedeihen. Das Alter der Baumwollfasern wird auf etwa 7.000 Jahre geschätzt. Der älteste Baumwollstoff wurde in mexikanischen Höhlen gefunden. Zur Herstellung von Baumwollstoffen wurden damals einfache Entkörnungsmaschinen, Spinnräder und Webstühle benutzt. Das Naturprodukt war anfangs sehr teuer zu erwerben. Importierte Baumwollstoffe galten im alten Rom als Luxusgut. Die Baumwollpflanze fand um das Jahr 1.00 ihren Weg nach Südeuropa. Sarazenen und Mauren brachten sie im Zuge ihrer Eroberungszüge in neue Länder. Daraufhin wurde die Pflanze in Spanien und auf Sizilien heimisch. Bis ins 16. Jahrhundert galten Baumwollstoffe weiterhin als Edelartikel. Erst im 19. Jahrhundert wendete sich dann das Blatt und der Flachs wurde durch die Baumwollfaser abgelöst. Die Kosten der Herstellungsverfahren von Baumwollstoffen wurde zunehmend günstiger. Inzwischen werden jährlich ca. 26 Mio Tonnen Baumwolle produziert. China, Amerika und Indien zählen zu den drittgrößten Anbauländern.

Auch die Naturfaser Jute ist schon lange fester Bestandteil des menschlichen Alltags. Sie wird aus der sogenannten Corchorus-Pflanze gewonnen. Hierbei handelt es sich um eine Pflanzengattung der Familie der Malvengewächse. Ihre Heimat findet die Pflanze in allen subtropischen und tropischen Zonen, hauptsächlich jedoch in Indien und Pakistan. Dort wird sie das ganze Jahr über angebaut. Die Pflanze benötigt im richtigen Klima kaum Dünger und Pestizide. Im mittleren Bereich der bis zu vier Meter hohen Stängel befinden sich die Fasern. Sie bestehen aus Zellulose und Lignin. Ebenso wie bei dem Flachs, werden auch hier die Stängel nach der Ernte geröstet und anschließend per Hand ausgekämmt. Nachdem die Fasern gewaschen und wieder getrocknet sind, kann aus ihnen Garn gewonnen werden. Es werden zwei verschiedene Fasern produziert. Die wohl bekannteste Faser Art ist die sogenannte „goldene Faser“. Diesen Titel verdient sich die Pflanze aufgrund ihrer langen weichen und schimmernden Fasern. Das daraus gesponnene, grobe und robuste Garn wird in den verschiedensten Bereichen eingesetzt und gilt neben der Baumwolle weltweit als wichtigste Naturfaser. Taschen, Beutel, Verpackungen, Vorhänge und Möbelstücke werden aus dem Material hergestellt. Darüber hinaus gibt es noch die weniger robuste weiße Jute.

Das größte Potential als Naturfaser in Deutschland hat der Hanf. Obwohl der wilde Hanf ursprünglich aus dem asiatischen Raum stammt, fühlt er sich im Prinzip überall wohl, wo das Klima für ihn passt. Auch in Deutschland. Demzufolge wurde die Hanfpflanze mit Hilfe von Mensch und Tier über die Zeit hinweg auf der ganzen Welt verteilt. Wenn der Samen erstmal an Ort und Stelle ist, verbreitet sich die Pflanze in Windeseile. Der Hanf wächst so schnell, dass er in nur vier Monaten stolze vier Meter hoch wird. Das ist ein klarer Vorteil gegenüber anderen Naturfasern. Der Einsatz von Pestiziden und anderen Ackergiften ist nicht notwendig, da das Unkraut gegen das schnelle Wachstum vom Hanf nicht ankommt. Außerdem spart der Anbau von Hanf deutlich an Wasser. Die Hanfpflanze muss nicht zusätzlich bewässert werden, da ihre Wurzeln bis zu eineinhalb Meter tief in die Erde vordingen können. Hanf ist also die ideale Kultur für den Ökolandbau. Die Hanfpflanze wurde vermutlich als eine der ältesten bekannten und genutzten Faserpflanzen für seine Fasern zur Textilgewinnung erstmalig angebaut. Die Gewinnung von Hanffasern gestaltet sich in der heutigen Zeit jedoch schwieriger. Aufgrund der psychoaktiven Wirkung von THC, einem möglichen Inhaltsstoff von Cannabis, hat man mit dem Drogenverbot alle Pflanzen vernichtet. Seit 1996 darf der Hanf durch Unternehmen der Landwirtschaft wieder angebaut werden, sofern der THC-Anteil die vorgeschriebenen 0,2% nicht überschreitet. Dennoch wird es den Bauern in Deutschland nicht einfach gemacht. Bei keiner anderen Pflanze müssen so viele Richtlinien eingehalten werden. Zudem ist der Ertrag für die Bauern, den sie mit den Fasern erwirtschaften können, noch viel zu gering. Nur wenige Unternehmer sind bisher an der Verarbeitung von Hanffasern in der Textilindustrie interessiert und herkömmliche Maschinen sind kaum dazu in der Lage, die meterhohen Hanfpflanzen optimal zu ernten. Lediglich die Verarbeitung von Hanfsamen zu Hanfsamenöl lohnen sich aus wirtschaftlicher Sicht.

Ist das Hanffeld schließlich abgeerntet, wird die Pflanze auf dem Feld für ca. drei Wochen zur Röste liegengelassen und dabei regelmäßig gewendet. Während dieser Zeit wird das zusammenhaltende Pektin mikrobiell abgebaut. Die Fasern lassen sich nun leichter von den verholzten Teilen der Pflanze lösen und weiterverarbeiten. Da die Fasern des Hanfes sehr stabil sind, können sehr robuste Gewebestoffe hergestellt werden. Bei der Herstellung von Rucksäcken und Taschen macht der Einsatz von Hanfgewebe besonders viel Sinn. Doch auch als Kleidungsstück machen sich Hanfstoffe gut. Sie liegen angenehm auf der Haut und sind anitallergen. Zudem ist Kleidung aus Hanf absorbierend und trocknet schnell. Für Menschen, die dazu neigen, viel zu schwitzen, sind Hanfstoffe somit eine lohnenswerte Alternative. Unangenehme Gerüche werden ebenfalls absorbiert, indem der Sauerstoffgehalt in Hanffasern die Entstehung von Bakterien verhindert. Im Sommer wirkt der Stoff angenehm kühlend, im Winter ist er wärmend. Außerdem soll Kleidung aus Hanf bis zu 95% der UV-Strahlung abhalten. Der Sonnenschutz ist somit auch bestmöglich gegeben.

Die wohl unbekannteste aller Naturfasern ist Sisal. Sie wird aus den Blättern der Agavenpflanze gewonnen. Angebaut wird Agave auf den Philippinen, in Afrika, Indien, Brasilien, Indonesien und Mexiko. Es handelt sich hierbei um eine eher kleine, breitblättrige Pflanze. Bis man die Blätter für die Faserproduktion ernten kann, vergehen fünf bis sechs Jahre. Ab diesem Zeitpunkt kann man über weitere sieben bis zehn Jahre Blätter ernten. Heutzutage werden die Fasern maschinell von dem Blattfleisch getrennt und anschließend in der Sonne getrocknet. Der Vorteil in der Verwendung solcher Fasern ist die Robustheit. Aufgrund der klimatischen Bedingungen in ihrer Heimat, ist die Agave hart im Nehmen. Außerdem sind die Fasern reißfest, schwer entflammbar, atmungsaktiv sowie geräusch- und wärmedämmend. Diese Eigenschaften macht die Sisalfaser perfekt für die Verarbeitung zu Bodenbelägen. Außerdem wir sie zur Herstellung von Seilen, Tauen, Teppichen und Netzen verwendet.

Naturfasern tierischen Ursprungs

Neben Naturfasern aus Pflanzen, werden auch Fasern tierischen Ursprungs in der Textilindustrie verwendet. Den ersten großen Meilenstein beschritten solche Fasern in der Jungsteinzeit. Es waren die Schafhirten, die im vierten Jahrtausend vor Christus die Wolle ihrer Tiere als idealen Rohstoff zur Herstellung von Garnen und Geweben entdeckten. Diese Garne ließen sich optimal zu Kleidungsstücken weiterverarbeiten. Im Laufe der Zeit erweiterte sich das Repertoire. Das Potential der Haare von Kaschmirziegen wurde entdeckt. Ebenso dieses der Haare von Angorakaninchen. Die Seide, welche aus den Fäden der Seidenraupe gewonnen werden kann, wurde vor gut 5.000 Jahren in China entdeckt und die Herstellung dieser war lange Zeit eines der wertvollsten Geheimnisse in der Textilindustrie.

Günstige Baumwollstoffe auf Kosten der Bauern und der Natur

Der Anbau sowie die Verarbeitung von Baumwolle belastet die Gesundheit von uns Menschen und die Umwelt. Aufgrund der Notwendigkeit einer starken Bewässerung der Baumwolle, werden die Böden ausgelaugt und natürliche Wasserreservoirs werden gänzlich leergepumpt. Gleichzeitig werden die chemischen Düngemittel in das Grundwasser transportiert. Da die Bauern allerdings auf eine gute Ernte angewiesen sind, werden Pestizide und Dünger in großen Mengen verwendet. Die Böden von Baumwollplantagen sind daher mit Chemikalien durchseucht. Eine Reinigung des belasteten Wassers ist fast unmöglich. Helfen würde lediglich ein verringerter Einsatz von Pestiziden. Weniger Chemie ist jedoch gleichzusetzen mit kleinerem Erlös. Da der Handelspreis noch dazu so gering ist, gelingt es Bauern kaum, aus der Armut auszusteigen. Circa 75% der Baumwollproduzenten sind Kleinbauern mit einer durchschnittlichen Betriebsgröße von 2 bis 4 Hektar. Ihre Erträge reichen zumeist trotzdem nicht aus, um sich und ihre Familien zu ernähren. Das liegt daran, dass der Gewinn eher durch die Weiterverarbeitung der Baumwolle abgeworfen wird, als durch ihren Anbau. Ein zusätzlicher Negativaspekt innerhalb der Baumwollindustrie ist die Tatsache, dass über die Hälfte der indischen Bauern Analphabeten sind. Der Umgang mit chemischen Mitteln wird somit nur in den seltensten Fällen sachgemäß ausgeführt. Falsche Dosierungen, unzureichende Schutzmaßnahmen und die Inhaltsstoffe an sich stellen ein hohes gesundheitliches Risiko dar. Es kommt zu Augen- und Atembeschwerden, Krebs und Unfruchtbarkeit. In den Baumwollanbaugebieten erkranken laut WHO jährlich 3 Mio Menschen aufgrund des Einsatzes von Pestiziden. 20.000 sterben an den Folgen.

Chemiefasern

Neben den Naturfasern, sind auch synthetische Chemiefasern in Textilien zu finden. Diese werden aus Kunststoffen wie Polyester, Polyamid oder Polyacryl hergestellt. Der Auslöser für der Herstellung solcher Fasern war der erste Weltkrieg. Fast die Hälfte der weltweiten Baumwollproduktion wurde zu dieser Zeit von England kontrolliert. Textilien sollten auf einmal wieder zum größten Teil aus heimischen Quellen hergestellt werden. Die deutsche Textilindustrie begann somit im Jahr 1915 damit, Stoffabfälle und Altmaterialien zu verwenden. Die Qualität der Stoffe nahm durch diese Wiederverwertung ab. Man versuchte also aus heimischen Faserpflanzen geeignete Fasern herzustellen. Die Brennnessel bot sich dazu beispielsweise an. Die hohe Nachfrage konnte durch die Verwendung von Nesselfasern jedoch nicht gestillt werden. Somit wurden die ersten Gewebe aus Papiergarn hergestellt. Solche Fasern aus Zellulose waren bereits vor dem ersten Weltkrieg bekannt. Die erste Kunstfaser wurde bereits 1664 durch einen Engländer entdeckt. Er schaffte es aus einer zähflüssigen Masse einen künstlichen Faden herzustellen. Die Gegebenheiten während des ersten Weltkriegs führten somit lediglich dazu, dass sich die Kunstseide etablierte und die entsprechende Produktion groß herauskam. Bis heute sind Chemiefasern nicht mehr aus der Textilindustrie wegzudenken.

Chemiefasern in der Kritik

Für die Produktion von Chemiefasern waren vor rund 5 Jahren 98 Millionen Tonnen Öl notwendig. 2050 soll dieser Wert bei 300 Millionen Tonnen liegen. Dadurch wird die Textilindustrie zu einem der größten Klimasünder weltweit. Die entstandenen Treibhausgase überschritten 2015 die von internationalen Flüge und der Schifffahrt zusammen. Für die Produktion von einem T-Shirt aus Polyester sollen laut Hochrechnungen 5,5 kg CO2-Äquivalente entstehen. Ein T-Shirt aus der Naturfaser Baumwolle erreicht lediglich die Hälfte des Wertes. Allerdings ist der wahre Übeltäter in dieser Hinsicht die Wolle. Sie verursacht aufgrund der Methan-Emissionen der Schafe und Emissionen der Dünger etwa doppelt so viele CO2-Emissionen wie Kunstfasern. Ein weiterer Nachteil von Kunststofffasern im Vergleich zu Naturfasern ist ihr Anteil an der Verschmutzung der Umwelt durch Mikroplastik. Eine Studie der International Union of Conservation of Nature (IUCN) zeigt auf, dass insgesamt 35 Prozent des Mikroplastiks in den Weltmeeren von synthetischen Textilfasern stammt. Damit gelten diese als Hauptquelle des Mikroplastiks im Meer.

Umdenken in der Textilindustrie

In vielen Bereichen leben Menschen bereits bewusster, minimalistisch, nachhaltig und vegan. In Sachen Textilien kann der Mensch für sich und seine Mitmenschen sowie die Natur noch einiges lernen. Um die Umwelt weniger zu belasten, wäre regionales und saisonales Einkaufen auch beim Kleidershopping ein großer Schritt in die richtige Richtung. Ganz so klappt das leider nicht immer. Trotzdem gibt es bereits viele Ansätze, um die Welt ein bisschen nachhaltiger zu gestalten – auch in der Textilindustrie.

OGNX ist eine Marke, die beispielsweise die Probleme rund um das Thema Polyester angehe möchte. Gerade im Sport- und Funktionsbereich finden die synthetischen Fasern häufig Verwendung. Die Marke hat zum Ziel, eine natürliche Alternativen mit den gleichen Eigenschaften von Polyester herzustellen. Bis dahin wird das Plastik aus den Ozeanen recycelt und zur Herstellung ihrer Funktionsbekleidung genutzt.

Auch die Baumwollindustrie bedarf einer Überarbeitung. Somit gelangen Bio-Baumwollstoffe immer mehr in den Fokus der Allgemeinheit. Gentechnisch-veränderte Pflanzensorten sowie chemische Pestizide sind beim Anbau von Bio-Baumwolle verboten. Das Unkraut wird mechanische bekämpft und Schädlinge sollen mit Hilfe von natürlichen Feinden bzw. Gerüchen (wie z.B. Knoblauch) ferngehalten werden. Der Wasserbedarf soll bei Bio-Baumwolle ebenfalls sinken. Leiden tun darunter allerdings wieder die Bauern. Um den gleichen Ertrag wie bei konventioneller Baumwolle zu erzielen, verbraucht die ökologische Landwirtschaft etwa 20 Prozent mehr Land. Zusätzlich steht die Vermutung im Raum, bei Bio Baumwolle würde es sich lediglich um eine Marketingstrategie, dem sogenannten Green Washing, handeln. Der Branche wird vorgeworfen, sich allzu stark auf die Rohfaser der Baumwolle zu konzentrieren. Das Kleidungsstück wird im Anschluss jedoch weiterhin beim Spinnen, Weben, Färben und Veredeln mit einer Flut von Chemikalien getränkt. Das internationale Siegel Global Organic Textile Standard (GOTS) sorgt an dieser Stelle für Orientierung. Für den Verbraucher soll dadurch erkennbar sein, welches Kleidungsstück den Weg bis in den Schrank weitgehend ohne chemische Behandlung zurücklegt hat.

Durch die umweltbewusstere Bewegung und dem Verständnis gegenüber den Machenschaften innerhalb der Textilindustrie, gewinnt Leinen als ökologische Naturfaser wieder an Bedeutung. Auch der Hanf gilt als ideale und heimische Alternative zur Baumwolle als Naturfaser. Es handelt sich bei Hanffasern um einen umweltfreundlichen, recyclingfähigen Rohstoff. Seit knapp 20 Jahren erst beschäftigen sich Wissenschaftler an Textilforschungsinstituten mit den Fasern. Es wird Zeit, dass neue Erkenntnisse gewonnen werden und der Anbau sowie die Verarbeitung der Hanffasern in Deutschland besser möglich ist, damit der Traum von der regional hergestellten Hanfjeans wahr werden kann.