Über das große Potential von CBD-Harzen

Titelbild: Craig Bak auf Pixabay

Die Wunderwaffe CBD soll laut diverser Studien bei unterschiedlichen Beschwerden helfen. Ja nachdem um was es sich dabei handelt, kann man zwischen unterschiedlichen Methoden, CBD zu konsumieren, wählen. Dabei spielt auch die Verfügbarkeit des Wirkstoffes eine entscheidende Rolle. Will man den puren Naturstoff, kann man zum Beispiel auf CBD in Form von CBD-Ölen und Tees zurückgreifen. Bei Rückenschmerzen wiederum bietet sich eine Anti-Schmerz-Salbe mit CBD an. Wird der klassische Weg des Cannabis Konsums gewählt, die Inhalation, bleibt einem selbst dann noch die Wahl, wie der Wirkstoff verfügbar sein soll. Neben der Inhalation von CBD Liquid mit Hilfe von elektronischen Verdampfern, kann das CBD auch in Form von Harzen, dem sogenannten CBD-Hasch, geraucht werden. Doch was macht die Herstellung von CBD-Harzen besonders, worin liegt die Problematik und ist die Verwendung der Harze in Deutschland überhaupt legal?

Woher kommt das Harz?

CBD-Harze stellen neben CBD Pollen die wohl unberührteste Art und Weise dar, CBD zu sich zu nehmen. Das Harz ist ein natürlicher Bestandteil der Cannabispflanze und erfüllt gleich mehrere, für die Pflanze überlebensnotwendige, Aufgaben. Produziert wird dieses Harz nicht im inneren der Pflanze sondern durch Drüsen, welche außerhalb liegen.

Die Harzdrüsen, auch Trichome genannt, befinden sich an der Oberfläche der Cannabispflanze und bilden dort eine dicke Harzdecke. Es gibt drei verschiedene Kategorie von Trichomen, welche durch Wissenschaftler entdeckt wurden. Die kleinsten dieser Sorte sind die sogenannten Knollen-Trichome. Mit dem bloßen Auge ist diese Form der Trichome nicht erkennbar. Schaut man sich das Gebilde allerdings unter dem Mikroskop an, kann man eine Birnenform erkennen. Es soll vorwiegend aus Cannabinoiden bestehen. Die zweite und auch die am häufigsten vorkommende Sorte besteht aus einem fast nicht erkennbaren Stoppel, worauf ein großer Kopf sitzt. Ist der Stiel länger, sieht die dritte Form aus wie ein langer Stock mit Mütze oben drauf. Diese beiden kugelartigen Trichome findet man vermehrt an den Blütenständen der Pflanze sowie auf den Unterseiten der Blätter, besonders stark entlang der Blattadern. Man kann sie sogar mit dem bloßen Auge erkennen. In der Mütze findet man in hoher Konzentration Cannabinoide wieder, weshalb es sich bei Blüten, besetzt mit der zuletzt genannten Trichomen Art, um das intensivste und stärkste Pflanzenteil der Cannabispflanze in Bezug auf die Wirkung handelt.

Die ursprüngliche Aufgabe von Trichomen

Je weiter die Pflanze in ihrer Entwicklung voran geschritten ist, desto größer fallen die Drüsen aus und desto höher ist die Dichte. Den dichtesten Bestand findet man auf der Unterseite der Blätter und vor allem an den Blütenständen wieder. Die männlichen Cannabispflanzen sind in dieser Hinsicht nicht so gute ausgestattet wie die weibliche Pflanze. Eine mit Trichomen gut bestückte Cannabispflanze ist gleichzeitig eine gut geschützte Cannabispflanze. Die natürliche Aufgabe der Trichome liegt nämlich im Schutz dieser Pflanze. Schädlingen und Insekten wird beispielsweise der Zugang zu der Pflanze unter anderem durch diese klebrige, harzige Schicht verwehrt. Eine weitere durch die dichte Schicht an Trichomen hervorgerufene Schutzmaßnahme stellt die Abschirmung der ummantelten Pflanzenteile vor schädlichen Umweltbedingungen dar. UV-B Strahlen haben beispielsweise einen negativen Effekt auf die meisten Organismen, auch auf Pflanzen und somit auch auf die Cannabispflanze. Das Harz übernimmt in diesem Fall die Funktion von Sonnencreme und überzieht die komplette Pflanze mit dem Schutzmantel, bis auf die Blütenkelche, damit die Bienen und andere Bestäuber freie Fahrt haben. Zusätzlich schützt die dicke Schicht aus Trichomen die Pflanze davor, dass Pilzsporen in die Blüte eindringen und dort einen geeigneten Nährboden finden um sich auszubreiten. Eine weitere Aufgabe soll der Schutz vor Wind und starker Hitze sein, in dem die Harzschicht die Pflanze und ihre Blüten vor dem Austrocknen bewahrt. Die letzte Aufgabe der Trichome hängt gleichzeitig mit unserer Nutzung der Pflanze zusammen. Die Drüsen sind maßgeblich an der wertvollen Produktion von Cannabinoiden – darunter fallen sowohl das CBD als auch THC – und Terpenen verantwortlich. Dies hat zur Folge, dass die Cannabispflanze einen süßlichen Geruch verströmt. Ein weiteres Pflanzenbeispiel, welches sich auch die Trichome zu nutzen macht um Gerüche auszustoßen, ist die Venusfliegenfalle. Sie nutzt die Trichome um Lockstoffe freizusetzen, die Insekten anziehen und schließlich in ihre klebrige Falle gelockt werden. Die fleischfressende Pflanze geht ähnlich vor. Im Fall der Cannabispflanze sollen die Trichome aber genau das Gegenteil bewirken. Die Fressfeinde sollen nicht angelockt sondern eher verschreckt werden. Da sich die „Mützen“ dieser mit verschiedenen Cannabinoiden füllen, unter anderem THC, bekommen Fressfeinde eine große Ladung des Wirkstoffes gratis dazu. Daraufhin verspüren sie eine schwere Benommenheit, was in der freien Natur indirekt zum Tod führen kann. Die Cannabispflanze baut sich somit einen natürlichen Schutz vor gierigen Pflanzenfressern auf.

Augen auf bei der Ernte

Für den Einsatz im menschlichen Körper ist der Harz deswegen so interessant, weil es nicht nur unbehandelt und natürlich verfügbar, sondern auch äußerst reich an Cannabinoiden, Terpenen und Flavonoiden ist. Der Zeitpunkt der Ernte spielt bei der Zusammensetzung der Cannabinoide und Terpene in dem Harz eine entscheidende Rolle.

Die zuletzt beschriebene Form von Trichomen ist wie bereits erwähnt die wertvollste. Demnach solltest du diese nicht mehr aus den Augen lassen, um den richtigen Zeitpunkt für die Ernte bestimmen zu können. Dazu achtet man auf die Mützen der Trichome. Deren Farbe verändert sich im Laufe der Zeit und sagt dadurch etwas über die Zusammensetzung des Harzes aus. Vom Beginn der Blüte bis in die letzten Wochen hinein sind die Mützchen klar und durchsichtig. Eine Ernte in dieser Phase wäre verschenktes Potential, da in dieser Zeit noch vermehrt Cannabinoide produziert werden. Erreichen die Mützen ein milchiges Erscheinungsbild, ist der THC-Gehalt wohl am höchsten weshalb die Verwendung des Harzes zu diesem Zeitpunkt die intensivste psychoaktive Wirkung erzeugt. Lässt man noch mehr Zeit verstreichen, verwandeln sich die Trichome langsam in bernsteinfarbene Drüsen. Nun ist die Wirkung stark physisch und narkotisierend.

Es gibt verschiedene Extraktionsverfahren zur Harzgewinnung

Der Name CBC-Hasch bzw. CBD-Harz ist relativ neu. Hasch, Haschisch oder Shit bezeichnet ursprünglich den Harz, der aus der weiblichen Cannabispflanze gewonnen wird. Zur Gewinnung dessen in der Regel die Blüten der Pflanze verwendet, da diese das meiste Harz enthalten. Für die Herstellung gibt es unterschiedliche Methoden. Dabei kann zwischen traditionellen und modernen Techniken unterschieden werden. Die ursprüngliche und auch einfachste Art der Extraktion von Hasch ist durch die Ernte von Cannabispflanzen gegeben. Beim Berühren der Pflanzen bleiben die schmierigen Harzdrüsen auf der Haut kleben. Wenn man nach getaner Ernte also die Hände aneinander reibt, kann aufgrund der zusätzlichen Körperwärme Haschisch erzeugt werden. Allerdings reibt man durch diese Methode auch Schweiß, Schmutz und alle anderen Partikel auf den Händen in das Hasch hinein. Trotzdem gilt handgerolltes Charras, das sogenannte Hindu-Haschisch, als Delikatesse aus Nepal. Die Extraktion auf marokkanische Art und Weise erfolgt durch das Sieben und anschließende Pressen des Pflanzenmaterials. Daneben bestehen noch etliche weitere Extraktionsverfahren. In jedem Fall geht es primär darum, die Trichome von den Pflanzenteilen zu lösen um die Cannabinoide, Terpene und Flavonoide in ihrer reinsten Form verwenden zu können.

Wieviel hat CBD-Hasch mit dem ursprünglichen Hasch zutun

Doch wie zuvor beschrieben wurde, produzieren die Trichome auch einen Großteil an THC. Wenn man nun von dem neumodigen CBD-Hasch spricht bleibt die Frage, wieviel dieses noch mit dem ursprünglichen Haschisch zutun hat. Während Haschisch ursprünglich zum persönlichen Vergnügen verwendet wird und primär dem Rausch dient, soll CBD-Hasch Gutes für die Gesundheit tun. Wie der Name schon vermuten lässt ist in diesem Hasch der CBD-Gehalt deutlich höher und der Anteil an THC auf das Minimum heruntergefahren. In der Regel spricht man von einem 20% CBD – 0,2% THC Verhältnis. Demnach steht die gesundheitliche Wirkung bei der Verwendung der uralten Heilpflanze in diesem Fall im Vordergrund. Und diese ist vielfältig!

Die Herstellung von CBD-Harzen

Die Herstellung von CBD-Harzen bedarf keinem unnötigen Erhitzen oder Filtern. Aufgrund des schonenden Herstellungsprozesses, bleiben neben dem CBD noch viele weitere wertvolle Cannabinoide in dem fertigen Hasch enthalten. Somit gehören CBD-Harze zu den Vollspektrumprodukten. Das bedeutet, dass das volle Wirkungsspektrum der Cannabispflanze mitsamt der unterschiedlichen Cannabinoiden, Terpene und Flavonoiden in dem Endprodukt enthalten sind. Dadurch kommt der Entourage-Effekt zum Greifen und die Inhaltsstoffe können noch besser im menschlichen Körper wirken.

Das schlummernde Potential im CBD-Hasch

Bei der Verwendung von CBD-Hasch handelt es sich also fast ausschließlich um die Anwendung des nicht-psychoaktiven Wirkstoffes CBD. Eine berauschende Wirkung bleibt somit aus. Aufgrund des extrem hohen CBD-Gehalts von bis zu 30% macht kann der Einsatz von diesem Hasch bei gesundheitlichen Beschwerden äußerst effektiv sein. Herkömmliche Öle erreichen beispielsweise einen Maximalwert von 10%!

Da es sich bei Cannabidiol um die wichtigste der schmerzlindernden, krampflösenden und angstlösenden Substanzen der Hanfpflanze handelt, sind die Einsatzgebiete vielfältig. Der hohe Gehalt von CBD im Harz eröffnet unter anderem chronischen Schmerzpatienten eine natürliche alternative Behandlungsmethode. Die entspannende Wirkung von CBD kann sich ebenso bei Schlafstörungen positiv auswirken. Eines der am besten erforschten Einsatzgebiete von CBD ist das Krankheitsbild Epilepsie.

Wie CBD-Hasch angewandt werden kann

Das CBD-Hasch wird vorzugsweise geraucht oder verdampft. Sogar gegessen werden kann es unter bestimmten Bedingungen.

Haschisch zu rauchen gehört wohl zu der gängigsten Methode unter den Anwendungsmöglichkeiten des Cannabis-Produkts. Dazu können CBD-Joints in Form von selbstgedrehten Zigaretten verendet werden. Zusätzlich zum Tabak streut man noch etwas von dem CBD-Hasch darüber. Der Nachteil dabei ist die gleichzeitige Verwendung von Tabak, was nicht gesundheitsfördernd ist. Alternativ kann das Hasch auch mit Hilfe einer Bong (Wasserpfeife) geraucht werden. Dazu benötigt man keinen Tabak, lediglich die Pfeife. Man verbrennt dadurch ebenfalls das Hasch, inhaliert den Rauch und profitiert von einer gewaltigen Ladung CBD auf einen Schlag.

Beim Verdampfen profitiert man gleich doppelt. Es wird weder Tabak benötigt, noch muss das Hasch verbrannt werden. Dadurch spart man sich gleich zweimal unnötige Giftstoffe. Mittels Verdampfer wird das Hasch nur bis zum Siedepunkt erhitzt, wodurch ebenfalls Dampf entsteht. Da keine Verbrennung stattfindet, handelt es sich also um reinen CBD-Dampf der anschließend inhaliert werden kann.

Tatsächlich kann das CBD-Hasch auch gegessen werden, ABER nicht im rohen Zustand. Diese Vorgehensweise hätte keinerlei Effekt. Um von den wertvollen Wirkstoffen im Harz profitieren zu können, müssen diese zuerst erhitzt werden. Das Cannabinoid ist in der Hanfpflanze nämlich in Form einer Säure (CBDA) vorhanden, welche erst durch das Erhitzen in wirksames CBD umgewandelt wird. Raucht oder verdampft man den Hasch, findet diese Umwandlung automatisch aufgrund der zugeführten Hitze statt. Wenn du das Hasch essen willst, muss dieses demnach zuvor erhitzt werden. Hasch-Kekse oder Hasch-Kuchen bietet sich hervorragend an, da sowohl beim Kochen als auch beim Backen üblicherweise eine Temperatur von 100 bis 150°C verwendet wird. Man sollte darauf achten, dass das Hasch ca. eine halbe Stunde bei diesen Temperaturen erhitzt wird. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass die Temperatur nicht über 150°C hinausgeht. Sollte sich die Koch- oder Backzeit kürzer fassen, kann das Harz auch einfach schon vorher erhitzt werden. In manchen Fällen ist das zukaufende Hasch bereits decarboxylieren. In diesem Fall ist es bereits in einem aktiven Zustand und muss nicht mehr extra erhitzt werden.

Wann ist die Verwendung von Cannabis Harzen legal?

Der Ursprung der Problematik über den Verkauf und Konsum von Harzen liegt in der Frage der Legalität dieser Produkte. Der entscheidende Punkt ist dabei immer der in den Harzen enthaltene THC-Gehalt. Während beispielsweise in Österreich bei dem Verkauf von CBD-Blüten und CBD-Harzen die Tabakverordnung greift, wird in Deutschland auf das Betäubungsmittelgesetz (BtMG) zurückgegriffen. Der Cannabiswirkstoff THC ist gemäß §1 BtMG und der Anlage 1 kein verkehrsfähiger Stoff und der Besitz von Cannabis und Cannabisprodukten ist in Bezug auf das THC strafbar. Es besteht allerdings ein Ausnahme, sofern der THC-Gehalt die erlaubte THC-Grenze von 0,2% nicht überschreitet und es sich bei dem verarbeiteten Hanf um EU-zertifizierten Nutzhanf handelt. Während der THC-Gehalt in „normalem“ Hasch deutlich über der erlaubten Grenze in Deutschland liegt, liegt der THC-Gehalt bei CBD-Hasch bei 0,2%. Wieviel THC bzw. CBD letztendlich in den Produkten enthalten ist, richtet sich nach dem Erbgut der verwendeten Pflanzensorte. Nutzhanf, aus welchem das CBD-Hasch gewonnen wird, zeichnet sich durch teilweise hohe Gehalte des nicht halluzinogenen CBD sowie geringen Mengen an THC aus. Dadurch kann die Höchstgrenze des psychoaktiven Wirkstoffs THC problemlos eingehalten werden.

Die Anlage 1 des BtMG besagt allerdings auch, dass die Ausnahme nur dann gültig ist, wenn der Verkehr mit Cannabisprodukten mit dem erlaubten THC-Gehalt ausschließlich „gewerblichen oder wissenschaftlichen Zwecken“ dient und dadurch ein „Missbrauch zu Rauschzwecken“ ausgeschlossen werden kann.

Rein optisch gesehen ist das CBD-Hasch dem THC-Hasch sehr ähnlich. Die Unterschiede liegen allerdings in der Wirkung und damit auch der Legalität. Tatsächlich liegt der Handel mit CBD-Harzen in einer rechtlichen Grauzone. Laut Verordnung ist der Erwerb von CBD-Harz nicht strafbar, allerdings nur unter den zuvor genannten Bedingungen. Es ist zudem fragwürdig, ob CBD-Harze als neuwertiges Lebensmittel einzustufen sind und demnach in den Bereich Novel Food fallen würden. In diesem Fall müssen die Produkte einer gesundheitlichen Bewertung unterzogen werden.

Diverse Online-Shops sowie Läden mit Hanfartikeln haben das CBD-Hasch unter den bestehenden Voraussetzungen bereits in ihr Sortiment mit aufgenommen. Um kein Risiko einzugehen, weisen die Händler in der Beschreibung allerdings deutlich darauf hin, dass der Konsum und die Weiterverarbeitung dieser Produkte untersagt und diese ausschließlich nur für gewerbliche Zwecke zu verwenden sind.