Natürliche Hausmittel gegen starkes Schwitzen

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Die frostige Zeit ist nun endlich vorüber und der Sommer steht vor der Tür. Mit den steigenden Temperaturen wird auch die Schweißproduktion des Körpers angekurbelt. Schwitzen ist nämlich ein natürlicher Schutzmechanismus des Körpers, um diesen unter anderem vor Überhitzung zu schützen. Das Schwitzen kann jedoch auch in überdurchschnittlich hohem Maß und ganz plötzlich auftreten. Dicke Schweißflecken sind in der Regel sehr auffällig und können Aufsehen erregen. Angenehm sind diese Situationen eher selten. Das Schamgefühl kann sogar so weit gehen, dass Menschen, die extrem Schwitzen, Veranstaltungen oder soziale Kontakte im Allgemeinen häufig meiden. Die Lebensqualität wird dadurch rapide eingeschränkt. Was du gegen plötzliche Schweißausbrüche oder Nachtschweiß tun kannst und welche natürlichen Hausmittel bei starkem Schwitzen helfen, erfährst du hier.

Wieso schwitzen wir?

Pralle Sonne, heiße Temperaturen und körperlich anstrengende Aktivitäten führen zu einer vermehrten Schweißproduktion. Durch das Schwitzen möchte unser Organismus die übermäßige Körperwärme ausleiten. Diese Form des Schwitzens ist so ziemlich jedem bekannt. Viele wissen jedoch nicht, dass Schwitzen auch noch andere Ursachen haben kann. So zum Beispiel Nervosität, Schwangerschaft oder der Verzehr von scharfen Speisen. Fachleute unterscheiden demnach zwischen drei Formen von normalem Schwitzen:

  • Thermoregulatorisches Schwitzen:

Hierbei handelt es sich um die Regulation der Körpertemperatur bei großer Hitze oder nach körperlicher Aktivität. Der Hypothalamus ist dabei die zentrale Schaltstelle. Sobald thermosensorische Afferenzen bemerken, dass die Ist- Temperatur höher liegt als die Soll-Temperatur, werden die Schweißdrüsen aktiviert. Durch das Verdunsten des Schweißes auf der Haut, kühlt der Körper ab. Darüber hinaus wird über die Weitstellung der kutanen Blutgefäße vermehrt Wärme abgegeben.

  • Emotionales Schwitzen (emotionelles Schwitzen):

Neben steigenden Temperaturen bringen uns aber auch Nervosität und Angst zum Schwitzen. So kann es sein, dass die bevorstehende Prüfung oder ein erstes Date den Körper ins Schwitzen bringen. Solche nervösen Erregungen lassen die meisten Menschen vor allem an den Handflächen und in den Achseln schwitzen. Die Fußsohle und Stirn können ebenfalls betroffen sein. Bei dieser Form von Schwitzen ändert sich jedoch die chemische Zusammensetzung des Schweißes und der Körperdünste. Unterbewusst kann diese Veränderung sogar wahrgenommen werden, weshalb man Angst indirekt durchaus riechen kann. 

  • Gustatorisches Schwitzen (Geschmacksschwitzen):

Auch wenn der Begriff eher weniger geläufig ist, kann mit dem Inhalt bestimmt jeder etwas anfangen – zumindest diejenigen, die gerne besonders scharfe Gerichte verzehren. Beim Kauen von sauren oder scharf gewürzten Speisen wird der Stoffwechsel und damit auch die Wärmeproduktion des Körpers angeregt. Das gleiche passiert auch bei Alkoholkonsum. In diesem Fall tritt der Schweiß häufig im Gesicht (Stirn, Wangen, Oberlippe) und eher seltener am Oberkörper aus. Das Schwitzen aufgrund der Aufnahme von heißen Speisen oder Getränken zählt jedoch nicht zum Geschmacksschwitzen im engeren Sinne. Zwar liegt die Ursache ebenfalls auf dem Teller (oder im Glas), jedoch wird die Schweißproduktion nicht direkt durch einen Geschmacksreiz ausgelöst.

Die jeweilige Schweißabgabe ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Es gibt solche die an sich eher weniger schwitzen und welche, die vermehrt und dabei übermäßig stark schwitzen. So oder so nehmen die meisten Menschen den entstanden Schweißgeruch als eher unangenehm war und versuchen diesen bestmöglich zu verhindern. 

Sind herkömmliche Deos schädlich?

Um sich vor Schweiß und insbesondere dem damit verbunden Geruch zu schützen, verwenden die meisten Personen Deos. Damit die Schweißproduktion reduziert wird, sind Aluminiumsalze – sogenannte Antitranspirante –  häufig Bestandteil von herkömmlichen Deos. Bei Antitranspirantien handelt es sich um Substanzen, welche die Aktivität der Schweißdrüsen reduzieren, indem die Schweißdrüsenausgänge verengt werden. Somit kann letztendlich weniger Schweiß austreten und übermäßiges Schwitzen verhindert wird (anti = gegen; transpirieren = schwitzen). Ein Beispiel dafür ist Aluminiumchlorid. Neben seiner austrocknenden Wirkung auf die Haut, hat Aluminiumchlorid auch noch entzündungshemmende Eigenschaften. Nicht nur die Schweißbildung kann reduziert werden, sondern auch die Geruchsbildung. Gleichzeitig bildet sich durch das Auftragen von aluminiumhaltigen Deos eine Art Abdichtungsschicht bestehend aus Aluminium und Eiweißen (Proteinen). Diese sorgt für eine gewisse Zeit dafür, dass die Schweißkanäle der Haut verschlossen bleiben und kein Schweiß austreten kann. Das Leichtmetall verklumpt also im Schweiß und verstopft die Schweißdrüsen. In Folge einiger Warnungen innerhalb der letzten Jahre, wurde das Auftragen von aluminiumhaltigen Deos von vielen Menschen bewusst gemieden. Man ging davon aus, dass das Aluminium in Schweißhemmern Brustkrebs und Alzheimer fördert. Eine wissenschaftliche Studie, die eindeutig eine gesundheitliche Gefahr durch Hautprodukten mit Aluminiumchlorid belegt, gibt es jedoch bis heute nicht. Dennoch kann es bei Menschen mit empfindlicher Haut zu Irritationen und Hautreizungen kommen. Die Schweißdrüsen werden nämlich unabhängig von den gesundheitlichen Risiken verstopft und können Schweißstau begünstigen. 

Diese Hausmittel helfen bei übermäßigem Schwitzen

Um den Schweiß auch auf eine sanfte und natürliche Art und Weise in den Griff zu bekommen, können verschiedene Hausmittel unterstützen. Diese finden oft auch als begleitende Therapiemaßnahme bei übermäßigem Schwitzen Anwendung und können den Problemen ganz natürlich entgegentreten. Dabei gibt es Stoffe, die eben wie das Aluminiumchlorid einen schweißdrosselnden Effekt aufweisen und andere, die den Schweiß aufsaugen können. 

Folgende natürlichen Mittel können bei starkem Schwitzen unterstützend wirken:

  1. Apfelessig

Apfelessig bewirkt, dass sich die Schweißdrüsen zusammenziehen, wodurch weniger Schweiß austreten kann. Außerdem kann der Essig den pH-Wert der Haut regulieren. Am besten wendet man diese Methode kurz vor Zubettgehen an. Die Stellen, an denen man besonders schwitzt, werden dazu mit einem in Apfelessig getränkten Waschlappen abgetupft. Über Nacht kann der Essig dann einwirken und am nächsten Morgen unter der Dusche abgespült werden. Übrigens muss man Apfelessig nicht kaufen, sondern kann ihn ganz einfach selbst machen. Die Qualität hat man dadurch auch schnell gesichert. 

  1. Zitrone

Ähnlich wie Apfelessig, kann auch Zitrone bei starkem Schwitzen auf natürliche Art und Weise helfen. Die Zitrone tötet aufgrund der enthaltenen Säure die Bakterien ab und erfrischt gleichzeitig noch mit ihrem Geruch. Einfach eine Zitrone in zwei Hälften unterteilen und mit jeweils einer die Achseln einreiben. Nach einer Einwirkzeit von etwa 20 bis 30 Minuten sollte der Saft wieder abgewaschen werden, um Hautreizungen zu vermeiden. Den Prozess einmal täglich wiederholen. 

  1. Salbei

Zu den altbekannten Heilkräutern zählt unter anderem Salbei. Salbeitee wird häufig bei Beschwerden im Mund- und Rachenbereich angewandt. Seine entzündungshemmende Wirkung auf Schleimhäute kann bei Zahnfleischentzündungen und Halsschmerzen effektiv eingesetzt werden. Was viele aber nicht wissen ist, dass die adstringierende (zusammenziehende) Wirkung des Salbei auch bei übermäßigem Schwitzen helfen soll. Genauer gesagt sind es die enthaltenen Gerbstoffe, welche mit bestimmten Eiweißen auf der Schleimhaut reagieren, wodurch sich die Gewebeoberfläche verdichtet, die Schweißdrüsen verengen und folglich weniger Schweiß abgesondert werden kann. Die ätherischen Öle der Pflanze sollen außerdem beruhigend auf den Bereich im Gehirn wirken, welcher für die Schweißsteuerung zuständig ist. Die Anwendung erfolgt innerlich. Dazu können entweder Fertigpräparate verwendet werden oder man bereitet einen Tee aus Salbeiblättern zu. In jedem Fall sollte die Einnahme mit einem Arzt besprochen werden, um die Risiken und Nebenwirkungen von häufigem Salbeikonsum einzuschränken. Grund dafür ist das in Salbei enthaltene Thujon. Dies ist ein Nervengift, welches bei längerer Einnahme und einer zu hohen Dosierung epilepsieähnliche Krämpfe verursachen kann. Außerdem können die Nieren einen dauerhaften Schaden davon tragen. Eine Anwendung von länger als 14 Tagen wird deswegen nicht empfohlen.

  1. Walnussblätter

Eine adstringierende Wirkung aufgrund von Gerbstoffen ist auch dem Walnussblättertee zuzuschreiben. Walnussblätter enthalten etwa 10 Prozent der zusammenziehenden Gerbstoffe. Eine antibakterielle Wirkung wird den Blättern ebenfalls zugeschrieben. Zur Anwendung diese in feine Streifen schneiden, in kaltem Wasser ansetzen und anschließend zum Kochen bringen. Nach etwa drei bis fünf Minuten können die Blätter dann mit Hilfe eines Siebs abgeseiht werden. Man empfiehlt ein bis dreimal pro Tag eine Tasse des Tees zu trinken. 

  1. Bockshornklee

Der Bockshornklee ist ein bewährtes Hausmittel bei zahlreichen Leiden. So auch bei starkem Schwitzen an Händen und Füßen. Zur Behandlung werden die Samen des Klees verwendet. Erhältlich sind diese üblicherweise in der Apotheke. 12 Esslöffel der Samen werden mit einem Liter Wasser aufgegossen und nach etwa sechs Stunden Einweichzeit kurz aufgekocht und nach Erkaltung wieder abgeseiht. Die Tinktur kann als Zusatz für ein Hand- oder Fußbad verwendet werden. Dazu das jeweilige Körperteil für jeweils 15 Minuten in das Bad eintauchen. Wiederholt man diesen Vorgang täglich, kann der Bockshornklee seine beruhigende Wirkung auf die Schweißdrüsen entfalten. Zudem wirkt das Kraut antibakteriell und kann damit Schweißgeruch vorbeugen. 

  1. Zimt

Zimt zählt zu den natürlichen Mitteln, welche den Schweiß nicht drosseln, diesen aber in großen Mengen binden können. Eingesetzt werden kann diese Wirkung besonders gut bei Schweißfüßen. Das Einstreuen von Schuhen mit Zimt ist jedoch nicht notwendig. Es gibt fertige Zimt-Einlagen, welche genutzt werden können. Somit hat Zimt lediglich eine indirekte aber dennoch effektive Wirkung auf unsere Schweißdrüsen. Neben dem Binden von Schweiß, hat das Gewürz auch eine antibakterielle Eigenschaft. Diese trägt dazu bei, dass der unangenehme Geruch von Schweißfüßen gemindert wird. 

  1. Weizengras

Eine indirekte Wirkung bei starkem Schwitzen soll auch Weizengras haben. Das Superfood kann als Bestandteil einer Entgiftungskur dazu beitragen, dass Säuren und Giftstoffe aus dem Körper ausgeschwemmt werden. Dadurch wird dem Körper eine Ursache für das Schwitzen genommen. Berichten zufolge soll das in Weizengras zu großen Mengen enthaltene Chlorophyll den Schweißgeruch regulieren.

  1. Natron

Zu guter Letzt Natron – das Hausmittel mit den meisten Anwendungsmöglichkeiten. Dazu ist es noch günstig und in der Regel plastikfrei verpackt. Man sollte es jedoch nicht verwechseln mit Soda (Natriumcarbonat). Natron kann sowohl als Allzweckreiniger dienen als auch zu Deo umfunktioniert werden. Dieses ist nicht nur besonders ökologisch sondern auch wirksam bei starkem Schwitzen. Natron beseitigt genau diese Bakterien, die für den Schweißgeruch verantwortlich sind. Dadurch wird dieser neutralisiert. Zudem hat das Hausmittel eine austrocknende Wirkung auf die Haut, weshalb schweißigen Achseln entgegengewirkt werden kann. Für die Anwendung kann Natron mit Wasser zu einer breiigen Paste verrührt werden. Diese wird dann auf die von starkem Schwitzen betroffenen Bereiche aufgetragen. Nach ein paar Minuten Einwirkzeit sollte das Natrongemisch mit einem feuchten Waschlappen abgenommen werden. 

Kann CBD bei starkem Schwitzen helfen?

Ob das beliebte Cannabinoid CBD ebenfalls bei starkem Schweiß helfen kann, ist wissenschaftlich nicht belegt. Dennoch soll es sich Berichten zufolge durchaus positiv auf die 

Schweißreduktion auswirken. Wer mit der Wirkung von CBD vertraut ist, kennt den Einfluss des Cannabinoids auf das Endocannabinoid-System. Im Sinne der Homöostase soll es auch dazu beitragen, die Körpertemperatur zu regulieren. Da dies eigentlich die Aufgabe des thermoregulatorisches Schwitzens ist, kann der Körper in dieser Hinsicht entlastet und der Schweißproduktion entgegengewirkt werden. Inwieweit diese Annahme bestätigt werden kann, ist jedoch solange unklar, bis entsprechende Studien einen Beweis liefern. Stress- beziehungsweise angstbedingtes Schwitzen kann ebenfalls durch CBD gemindert werden. 

Das Cannabinoid weist eine ausgleichende und harmonisierende Eigenschaften auf, weshalb es auch als natürliche Alternative gegen Stress und Angst eingesetzt wird. Personen, die von starkem emotionalem Schwitzen betroffen sind, könnten deswegen in vielerlei Hinsicht von der beruhigenden Wirkung des Cannabinoids profitieren. Darüber hinaus kann CBD auch bei der Pflege gereizter Achselhaut unterstützen. Diese ist nämlich aufgrund der Rasur und Verwendung künstlicher Zusatzstoffe schnell gereizt. Die hautberuhigenden Eigenschaften von CBD kann Juckreiz und Brennen im Achselbereich Abhilfe verschaffen. 

Ökologisches Deo gegen starkes Schwitzen selber machen

Berücksichtigt man nun diese wertvollen Eigenschaften von einfachen Hausmitteln, stellt man schnell fest, dass man auch ganz einfach selbst gegen Schweiß vorgehen und beispielsweise ein wirksames sowie gleichzeitig gesundheitsförderndes und umweltschonendes Deo in der eigenen Küche herstellen kann. Dazu braucht es nur wenige Zutaten und diese sind folgende:

  • 15g Kokosöl
  • 25g Natron
  • 20g Mais- oder Kartoffelstärke
  • 10 bis 15 Tropfen ätherisches Öl, z.B. Zitrone
  • 5 Tropfen Teebaumöl

Die Kokosöl Komponente hat nicht nur einen pflegenden Nutzen bei der Herstellung von Deo sondern auch einen anwendungsbezogenen. Innerhalb mehrerer Studien konnte bewiesen werden, dass natives Kokosöl sowohl innerlich als auch äußerlich eine antibakterielle, antivirale, pilzfeindliche und entzündungshemmende Wirkung hat. Die enthaltene Laurinsäure kann unter anderem die Vermehrung geruchsbildender Bakterien hemmen und damit dem typischen Schweißgeruch entgegenwirken. Darüber hinaus können die verwendeten ätherischen Öle dem Deo einen angenehmen Duft verleihen. Für welchen Duft man sich entscheidet ist unabhängig von der Wirkung und einfach nur Geschmackssache. Zitrone bietet sich allerdings aufgrund der bereits erwähnten antibakteriellen Eigenschaft besonders an. Die Zubereitung des natürlichen Deos ist unkompliziert und geht schnell.

  1. Das Kokosöl in einem heißen Wasserbad zum Schmelzen bringen.
  2. Sobald sich das Öl im flüssigen Zustand befindet, Natron und Stärke einrühren. Solange weiterrühren, bis keine Klumpen mehr vorhanden sind. 
  3. Die Schüssel kann aus dem Wasserbad genommen werden und abkühlen. Das Deo sollte nun eine cremige Konsistenz annehmen.
  4. Abschließend werden die ätherischen Öle untergerührt und das fertige Deo in ein verschließbares Gefäß eingefüllt. 

Zur Anwendung das Deo mit dem Finger ein bis zweimal täglich unter den Achseln verteilen. Eine kleine, erbsenähnliche Menge ist pro Achsel ausreichend. Lagert man das natürliche Deo kühl und lichtgeschützt, ist es bis zu sechs Monate haltbar.

Wenn das Schwitzen krankhaft wird 

Das Schwitzen kann jedoch auch krankhaft werde, die Übergänge sind oft fließend. Krankhaftes (pathologisches) Schwitzen kann die Lebensqualität der Betroffenen teilweise extrem einschränken. Bei krankhaftem Schwitzen liegt eine Störung der Schweißproduktion vor. Diese kann unterschiedlich ausgeprägt sein. Die Betroffenen schwitzen entweder gar nicht, reduziert oder übermäßig stark. 

  1. Anhidrose

Ist die Schweißsekretion unterbunden, sprechen Mediziner von Anhidrose. Dies kann entweder am ganzen Körper der Fall sein oder nur an bestimmten Stellen. Die Ursachen sind vielfältig und können unter anderem in der Genetik verankert sein. 

  1. Hypohidrose

Bei der Hypohidrose ist die Schweißsekretion vermindert. Die Patienten schwitzen zwar, jedoch weniger als normal wäre. Die Auslöser können beispielsweise Hautveränderungen sein, wie sie aufgrund von Bindegewebserkrankung oder Bestrahlungen entstehen. Doch auch die Gabe von Arzneimitteln kann eine Hypohidrose auslösen.

  1. Hyperhidrose (auch Hyperhidrosis)

Bei der Hyperhidrose handelt es sich um das komplette Gegenteil. Die Schweißabsonderung der Betroffenen ist deutlich gesteigert. Grund dafür ist eine Fehlfunktion des Schwitzens, die über die Wärmeregulierung, die notwendig wäre, hinausgeht. Die Ursachen von Hyperhidrose können unter anderem Infektionskrankheiten, Fieber, hormonelle Ungleichgewichte durch Wechseljahre oder Schwangerschaft, starkes Übergewicht, Unterzucker, Ohnmacht und Schock, Parkinson, Blutarmut, Herzschwäche oder Tumorerkrankungen sein. 

Wann muss ich zum Arzt?

Nicht jeder, der stark schwitzt, leidet aus medizinischer Sicht unter einer Hyperhidrose und muss medizinisch behandelt werden. Die Krankheit definiert sich über mehr als nur die abgesonderte Schweißmenge. In den meisten Fällen ist das Schwitzen eine ganz normale und häufig situationsbezogene Reaktion des Körpers. Ein Arztbesuch ist dann ratsam, wenn folgende Faktoren erfüllt sind:

  • Das Schwitzen tritt ganz plötzlich in starker Intensität auf, ohne dass es eine erkennbare Ursache gibt
  • Es kommt wiederholt aber ohne offensichtlichen Grund (z.B. erhöhte Zimmertemperatur) zu Nachtschweiß
  • Zum Schwitzen kommt eine erhöhte Körpertemperatur über 40 °C 

Darüber hinaus sollte man auch immer einen Notarzt rufen, wenn zu den Schweißausbrüchen noch Bewusstlosigkeit, Schwindel oder Zittern kommt. 

Was tun gegen krankhaft starkes Schwitzen?

Je nachdem, ob es sich um krankhaftes oder normales Schwitzen handelt und ob das Schwitzen stark oder schwach ausprägt ist, hat man unterschiedliche Möglichkeiten zur Behandlung. Ausschlaggebend dabei ist natürlich auch die Ursache einer möglichen gestörten Schweißproduktion. In der Regel leiden insbesondere Menschen unter der Problematik, deren Körper übermäßig viel Schweiß produziert. Ist der Grund dafür eine Hyperhidrose, behandelt der Arzt in der Regel nach Möglichkeit zuerst die zugrunde liegende Erkrankung. Ist dies nicht ausreichend beziehungsweise ist die Ursache für eine übermäßige Schweißproduktion eine andere, können folgende Methoden angewandt werden:

  • Antitranspirantien (Antiperspirantien, Schweißhemmer):

Wie bereits erwähnt sind Antitranspirante Schweißhemmer, die die Schweißdrüsen verschließen und somit dem vermehrten Austritt entgegenwirken. Soll die Behandlung mittels Antitranspirant ausgedehnt werden, ist eine dauerhafte Anwendung sinnvoll, um das volle Wirkungspotential des Stoffes ausschöpfen zu können. Antitranspirantien sind nicht nur in Deos enthalten, sondern auch in Form von Cremes oder Pulver erhältlich. 

  • Botulinumtoxin

Dieser Stoff ist eher unter dem Handelsnamen Botox bekannt und wird primär eher weniger mit Schweiß in Verbindung gebracht. Tatsächlich aber lässt sich auch übermäßiges Schwitzen mit dem Bakteriengift behandeln. Indem es unter die Haut gespritzt wird, blockiert es gezielt die Nervenimpulse an den Schweißdrüsen. Solche Botox-Injektionen werden in der Regel an Handflächen und Achselhöhlen angewandt. Da diese Methode sehr schmerzhaft sein kann, wird sie nur in schweren Fällen der Hyperhidrose angewandt. 

  • Leitungswasser-Iontophorese

Diese Behandlungsmöglichkeit wird ebenfalls bei Schweißhänden und Schweißfüßen eingesetzt. Mithilfe von Wasserbädern oder feuchten Elektroden wird durch die betroffenen Hautbereiche schwacher Strom geleitet. Nach konsequenter Anwendung kann bereits nach einer Woche eine erste sichtbare Schweißreduktion vernommen werden. Die Erfolgsquote schwankt zwischen 80 und 100 Prozent.

  • Medikamente

Wie sonst auch gibt es im Fall von krankhaft starkem Schwitzen ebenfalls Medikamente, die zum Einsatz kommen können. Die sogenannten Sogenannte Antihidrotika werden dann verabreicht, wenn der ganzen Körper von übermäßig starkem Schwitzen betroffen ist und die Ursache dafür unbekannt ist. 

  • Operative Therapie

Wenn keine andere Behandlungsoption zur Verbesserung des Zustandes in Frage kommt beziehungsweise durch diese keine Erfolge erzielt werden konnten, besteht noch die Möglichkeit eines operativen Verfahrens. Starkes Schwitzen in der Achselhöhle kann dann durch das Entfernen oder Auskratzen der dort liegenden Schweißdrüsen beendet werden. Für eine Reduktion der Schweißproduktion im Bereich der Hände oder Gesicht werden bestimmte Nerven im Brustkorbbereich durchtrennt. Es kann jedoch sein, dass der Körper zum Ausgleich die Schweißproduktion an anderen Körperregionen in Folge des operativen Eingriffs verstärkt. 

Fazit

Schwitzen ist ein natürlicher Mechanismus des Körpers, um auf unterschiedliche Situationen und Einflussfaktoren zu reagieren. Manche Personen schwitzen mehr als andere und teilweise kann Schwitzen sogar krankhaft sein. Es gibt jedoch einige natürliche Hausmittel, die die Schweißproduktion reduzieren können beziehungsweise diesen aufsaugen und den Schweißgeruch neutralisieren. Um ein gutes Ergebnis erzielen zu können, sollte man dem Körper Zeit geben, um sich auf die Mittel einzustellen. Im Fall der Anwendung von Salbei ist außerdem der Rat eines Arztes zuzuziehen, um Risiken auszuschließen. Möchte man auf die Wirkung von Apfelessig, Zitronensaft und Natron zurückgreifen, sollte man zuerst an einer kleinen Stelle des Körpers testen, ob dieser empfindlich auf die Substanzen reagiert. Dies ist vor allem dann wichtig, wenn die Haut sich sowieso empfindlich zeigt oder man unter Hautkrankheiten leidet. Am besten tastet man sich mit verdünnten Lösungen heran und achtet bei der Auswahl der Produkte auf Bio-Qualität. Außerdem sollten alle drei Hausmittel nicht direkt nach der Rasur oder anderweitiger Haarentfernung aufgetragen werden, da die Haut in diesem Zustand bereits gereizt ist. Die Verwendung von CBD kann darüber hinaus von innen heraus dazu beitragen, den Körper in ein Gleichgewicht zu versetzen und somit der Schweißproduktion aufgrund von heißen Temperaturen oder emotionalen Angelegenheiten entgegenwirken. Sollte keine Methode helfen, wendet man sich bestenfalls an einen Arzt, um über weitere Behandlungsmöglichkeiten bei krankhaftem Schwitzen zu sprechen.