Löst Kaffee mit Hanf-Schuss die Matcha Latte als Trendgetränk ab?

Titelbild: Rudy and Peter Skitterians auf Pixabay

Die positive Wirkung von CBD hat sich schnell rumgesprochen. Innerhalb kürzester Zeit wurde der Wirkstoff für unterschiedliche Branchen interessant. Es gibt CBD Salben zur Anwendung bei Schmerzen, Tagescremes mit CBD, CBD Tees und Limonaden – sogar Kekse für Mensch und Tier werden mit CBD angereichert. Der nicht psychoaktive Wirkstoff der Cannabispflanze ist aufgrund seiner positiven Wirkung auf unseren Körper auf dem besten Weg, ein Lifestyleprodukt für mehr Wohlbefinden zu werden. Da ist es nur logisch, dass vor ein paar Monaten in Berlin das erste CBD Café in Prenzlauer Berg eröffnet wurde. Inmitten von stilvollen Einrichtungsgegenständen kann man diverse Hanf Produkte bei gemütlichem Ambiente genießen. Selbstgemachte vegane Speisen, Gebäck, Tee, Limo und natürlich Kaffee. Gerade letzteres ist in Deutschland ein weitverbreitetes Heißgetränk. Laut Studien soll in Deutschland mehr Kaffee als Mineralwasser getrunken werden, ein beachtliches Ergebnis. Der CBD-Kaffee unterscheidet sich wohl nicht sonderlich zur normalen Version – der Geschmack scheint etwas bitterer zu sein und die Konsistenz durch das Cannabidiol-Extrakt leicht ölig. Doch wie vertragen sich die Wirkstoffe des Hanfs, insbesondere CBD, mit dem Kaffee, genau gesagt dem darin enthaltenen Koffein? Koffein macht wach, CBD ist für eine eher entspannende Wirkung bekannt – Gegensätze ziehen sich zwar bekanntlich an, doch geht das in diesem Fall auch gut?

Die Geschichte des Koffein

Der Start in den Tag ist für viele Menschen nicht denkbar, ohne zuvor eine heiße Tasse Kaffee genießen zu können. Der Kaffeekonsum hat sich über die vielen Jahre hinweg allerdings verändert. Während in den 80ern die Oma den Kaffee mit der guten alten Kaffeemaschine für ihre Gäste zubereitet hat, kann es heute nicht fancy genug sein. Damals war der Kaffee schwarz und man hatte etwas Kondensmilch zum Verdünnen. Heute leben wir in der Zeit von Latte Macchiato, Hafermilchschaum und Bärchengesichtern aus Kakao obendrauf – für den perfekten Kaffeegenuss sind der Phantasie heutzutage keine Grenzen gesetzt. Worauf es aber letztendlich ankommt, ist der im Kaffee enthaltene Koffeinanteil. Koffein bringt unseren Kreislauf schon seit vielen Jahren in Schwung und sorgt dafür, dass wir gut gelaunt in den Tag starten können, daran hat sich nichts geändert. Wer auf diesen Energieschub zurückgreifen will, muss aber nicht zwingend Kaffee trinken. Tatsächlich ist das Koffein auch in manchen Tees, Energiedrinks, Cola und sogar Schokolade enthalten. Entdeckt wurde der anregende Wirkstoff durch Friedlieb Ferdinand Runge, Apotheker und Chemiker. Er wurde durch niemand geringeren als den Dichter Johann Wolfgang von Goethe dazu veranlasst, die wirksame Substanz im Kaffeegetränk zu finden. Demnach untersuchte Runge die Kaffeebohne und 1820 gelang es ihm dann erstmals, das reine Koffein daraus zu isolieren. Man taufte den Wirkstoff aus der Kaffeebohne auf den Namen Koffein, weshalb der gleiche Wirkstoff aus dem Tee Tein bzw. Thein genannt wird.

Koffein im Kaffee

Wie bereits beschrieben gibt es mehrere natürliche Quellen von Koffein. Allerdings ist die bekannteste Quelle durchaus die Kaffeebohne, weshalb Kaffee das populärste koffeinhaltige Getränk in der westlichen Welt ist. Die wichtigsten Arten der Kaffeepflanze sind Coffea arabica (Arabica-Kaffee) und Coffea canephora (Robusta-Kaffee). Benannt wurden die Pflanzen übrigens nach der Ursprungregion Kaffa. Die damalige Vermutung, dass Kaffee ungesund sei, wird durch immer mehr Studien widerlegt. Tatsächlich sollen das Heißgetränk und die darin enthaltenen Aminosäuren und Antioxidantien eine gesunde Wirkung haben. Beispielsweise wird behauptet, dass die Kaffeebohne die Herzfunktion unterstützen und vor Gefäßverkalkung schützen kann. Auch ist der harntreibende Effekt von Kaffee so gering, dass man nicht von einem Flüssigkeitsräuber sprechen kann. Jedoch können die im Kaffee enthaltenen Bitterstoffe die Magenschleimhaut angreifen, weshalb empfindliche Menschen auf den Genuss lieber verzichten sollten. Die Bekömmlichkeit von Kaffee ist unter anderem auch abhängig von der Kaffeebohnenart, der Röstung und Zubereitung. Die lange Röstdauer von Espressobohnen baut vermehrt Säuren ab, weshalb Espresso als besonders magenfreundlich gilt. Diese 3 zuvor genannten Faktoren bestimmen auch den Koffeingehalt im Kaffee, denn dieser kann zwischen 40 und 120 Milligramm pro 150 Milliliter schwanken. Die allgemeine Empfehlung für Kaffeetrinker lautet: Maximal 200 Milligramm Koffein auf einmal und über den Tag verteilt nicht mehr als 400 Milligramm. Umgerechnet sind das ca. 4 Tassen Filterkaffee über den Tag verteilt. Die Bindung von Koffein mit Kalium im Kaffee führt dazu, dass das Koffein in dieser Form am schnellsten verfügbar ist. Die Salzsäure im Magen löst diese Bindung auf, weshalb das Koffein bereits an dieser Stelle fast komplett absorbiert werden kann und demnach auf direktem Wege in die Blutbahn gelangt. Im Gehirn angekommen wird der Wirkungsmechanismus ausgelöst. Bis der gewünschte Effekt eintritt vergehen zwischen 15 und 30 Minuten. Die Wirkungsdauer beträgt meistens zwischen 3 und 4 Stunden, das ist abhängig von der individuellen Verstoffwechselung des Wirkstoffes durch den Konsumenten. Bei Frauen kann der Effekt teilweise sogar doppelt so lange anhalten als bei Männern. Die im Vergleich kurze Wirkungsdauer von Koffein durch den Kaffeekonsum rührt daher, dass der Wirkstoff in geballter Ladung im Gehirn ankommt und gleichzeitig abgebaut wird.

Grüner Tee als weitere natürliche Koffeinquellen

Bereits seit tausenden Jahren wird grüner Tee in Indien und China zur ganzheitlichen Unterstützung von Körper und Geist eingesetzt. Die Wirkung erweist sich als gegensätzlich, ergänzt sich aber in sich perfekt. Auf der einen Seite wird ihm ein beruhigender Effekt nachgesagt, wofür das enthaltene L-Theanin verantwortlich ist. Auf der anderen Seite zeigen verschiedene Studien, dass sich Extrakte aus grünem Tee positiv auf die Leistungsfähigkeit des Gehirns auswirken. Diese Powerwirkung ist auch wieder auf das Koffein zurückzuführen, welches im grünen Tee neben verschiedenen weiteren Wirkstoffen vorhanden ist. Allerdings heißt der Wirkstoff hier Thein. Auch wenn der Name unterschiedlich klingt, ist die chemische Zusammensetzung identisch. Die Pflanze produziert das Thein hauptsächlich zur Insektenabwehr, zur Abwehr von Mikroorganismen und anderen Pflanzen. 100 Gramm getrocknete Teeblätter enthalten mehr Koffein als die gleiche Menge gerösteter Kaffeebohnen. Entscheidend ist aber nicht der Koffeingehalt in der Trockenmasse, sondern wieviel und welchen Tee man zum Aufbrühe einer Tasse des Heißgetränkes verwendet. Die verschiedenen Grünteesorten besitzen nämlich einen unterschiedlichen Thein-Gehalt. Auch die Ziehtemperatur und -zeit spielen eine entscheidende Rolle. Eine Tasse Tee kann bis zu 90 Milligramm Thein enthalten. Lässt man den Tee länger ziehen, bleibt die Theinmenge zwar gleich, allerdings erhöht sich die Menge an gelösten Gerbstoffen. Diese sorgen dafür, dass das Thein langsamer aufgenommen und dadurch milder wirkend und länger anhaltend wahrgenommen wird. Durch diese Eigenschaft kann sich die außerordentlich gesunde Seite des Koffeins im menschlichen Körper sehr gut entfalten.

Koffein in Guarana besonders effektiv

Die brasilianische Pflanze Guarana ist eine weiterer essenzieller Lieferant von Koffein. Es handelt sich um einen rankenden Busch, welcher zur Familie der Seifenbaumgewächse gehört. Es besitzt große Blätter und Blüten, die in Trauben angeordnet sind. Das Geheimnis der Pflanze steckt aber in den orangeroten Früchten, die in der Größe der Kaffeebohne ähneln. Darin enthalten sind Samen, welche einen Koffeinanteil von 4 bis 8 % aufweisen. Zum Vergleich: Kaffeebohnen enthalten etwa 1 bis 2,5% Koffein. Demnach gilt die brasilianische Pflanze als die stärkste natürlich vorkommende Koffeinquelle. Meistens findet man Guarana in Pulverform in der Lebensmittelindustrie wieder. Der Einsatz erstreckt sich von Säften über Energydrinks bis zu mit Guarana angereicherten Kaugummis. Die indigenen Stämme aus Brasilien verwendeten Guarana ursprünglich bei Fieber und Kopfschmerzen, um die Leiden zu senken beziehungsweise zu lindern. Heute wird Guarana auch in Europa verwendet und unter anderem als Mittel zum Abnehmen genutzt. Allerdings schätzt man besonders die leistungssteigernde Wirkung der Pflanze sowie ihre Wirkung als Wachmacher für das Gehirn. Dahinter steckt das in den Samen enthaltene Koffein, welches die gleiche chemische Zusammensetzung wie in Kaffee und Tee aufweist. Das Koffein ist an pflanzliche Gerbstoffe gebunden und die Pflanze weist zudem noch viele Ballaststoffe auf, weshalb die Verstoffwechselung des Koffeins in dieser Ursprungsform deutlich langsamer abläuft. Das Koffein wird erst im Verlauf von mehreren Stunden freigesetzt und gleichmäßig vom Körper aufgenommen. Der Effekt ist demnach langanhaltender und effektiver, bis zu 6 Stunden soll das Koffein der Guaranapflanze wirken. Zudem ist Guarana frei von Reizstoffen und deswegen besonders gut verträglich für alle diejenigen, die keinen Kaffee oder Tee vertragen.

Die Wirkung von Koffein auf den menschlichen Körper

Koffein hat also eine leistungssteigender Wirkung und ist als Wachmacher bekannt. Die Kaffeepause im Büro dient demnach dazu, Müdigkeitserscheinungen abzulegen, die Produktivität wieder zu steigern und konzentrierter weiterarbeiten zu können. Darüber hinaus soll die Speicherfähigkeit des Gehirns durch Koffein erhöht werden. Man könnte den Wirkstoff also auch als mentales Aufputschmittel bezeichnen. Bei Personen, die nicht an Koffein gewöhnt sind, kann auch eine minimale Blutdrucksteigernde Wirkung erkannt werden, was darauf zurückzuführen ist, dass das Herz kräftiger und häufiger schlägt. Aufgrund seiner regulierenden Auswirkung auf die Blutgefäße, wird Koffein vermehrt bei der Behandlung von Kopfschmerzen oder Migräne eingesetzt. Dies hat den Hintergrund, dass durch das Koffein die Gefäße in der Peripherie erweitert werden, die im Gehirn sich allerdings verengen. Athleten sollen durch den Konsum von Koffein ihre Leistungsfähigkeit verbessern können und fühlen sich allgemein wacher, was sich positiv auf die Ausdauer ausgewirkt hat.
Wenn die empfohlene Menge des zu konsumierenden Koffeins nicht überschritten wird, soll der Wirkstoff an sich auch kein Abhängigkeitspotential aufweisen, da Koffein aber nur in sehr geringen Mengen zur Ausschüttung von Dopamin und Adrenalin führt – welche einen Belohnungseffekt auslösen und damit Suchtpotential aufweisen. Lediglich die damit verbundenen Entspannungsmomente können im Fall eines regulierten Koffeinkonsums zur Gewohnheit werden, weshalb man den Griff nach der Kaffeetasse am Morgen als notwendig empfindet. Eine zu hohe Dosierung von Koffein – in der Regal ab 200-500 mg – kann allerdings zu Nebenwirkungen führen, die sich in Form von Zittern, Herzrasen, Nervosität, Durchfall und/oder Schweißausbrüchen äußern und das Suchtpotential des Wirkstoffes steigern.

CBD als Gegenspieler zu Koffein?

CBD ist ein natürlicher Wirkstoff aus der Cannabispflanze, welcher eine positive Wirkung auf unseren Körper und Geist hat. Studien erfassen eine angsthemmende, anitpsychotische, entzündungshemmende und entkrampfende Wirkung von CBD. Vor allem die beruhigende Wirkung von CBD entspricht eigentlich dem gegenteiligen Effekt, den Kaffeetrinker durch den Konsum von Koffein bewirken wollen. Ist die Kombination dieser Wirkstoffe dann nicht eher sinnlos, wenn nicht sogar negativ in Bezug auf den gewünschten Effekt?

Es gibt ein paar Gemeinsamkeit in der Wirkung der Stoffe, wenn sie einzeln eingenommen werden. Sowohl Koffein als auch CBD helfen bei der Reduzierung freier Radikale. Diese sind oft der Ursprung für die Entstehung diverser Krankheiten und sogar an der Zerstörung von Zellen beteiligt. Auch haben beide Stoffe eine positive Auswirkung auf unsere Stimmung und dienen dazu, den Serotoninspiegel im Körper zu steigern.

Keine Zusammenarbeit, mehr eine positive Ergänzung

Durch die Gemeinsamkeiten kann die Kombination aus Kaffee und CBD zu einer vermehrt positiven Wirkung führen. Beispielsweise wird das durch Koffein gesteigerte Wohlbefinden in Verbindung mit CBD noch zusätzlich verbessert. Zusätzlich können die Nebenwirkungen des Kaffeekonsums durch die Zugabe von CBD reduziert werden, da in vielerlei Hinsicht das CBD die positive Wirkung des Kaffees an den entscheidenden Stellen ergänzt bzw. erweitert. Die Eigenschaften von CBD führen dazu, dass Herzrasen und nervösem Zittern entgegengewirkt werden kann. Auch Verdauungsprobleme, Übelkeit und Angstgefühlt zählen zu den lästigen Nebenwirkungen von Koffein, welche durch eine gleichzeitige Behandlung mit CBD gelindert werden können. Wer schon einmal CBD-Öl probiert hat, kann sich vielleicht an den bitteren Geschmack erinnern. Nicht jeder mag diesen Geschmack. Das kräftige Aroma von Kaffee kann dem CBD den bitteren Geschmack nehmen, weshalb der Wirkstoff besser zu genießen ist.

Wie bereitet man Kaffee mit CBD zu?

Es fand ein Wandel innerhalb des Kaffeekonsums über viele Jahre hinweg statt. Die Kaffeetrinker von heute sind sich der Gesundheit, Umwelt und Nachhaltigkeit bewusst. Die Kaffeebohne ist meist biologisch angebaut und Fair Trade gehandelt, das Verpackungsmaterial recycelt und schon oft wird die Kuhmilch durch pflanzliche Alternativen ersetzt. Die Kombination des populären Heißgetränkes mit CBD passt demnach perfekt in dieses Bild und setzt einen besonderen Akzent in Richtung Gesundheitsbewusstsein. CBD im Kaffee passt somit optimal zum modernen Kaffeegenuss. Denn tatsächlich kommt der Latte Macchiato – Trend dem CBD ganz gelegen, denn dieses löst sich nur richtig, wenn dem Kaffee Fett, zum Beispiel in Form von Milch, hinzugefügt wird. Diejenigen, die den Kaffee am Liebsten schwarz trinken, haben in diesem Fall leider Pech.

Man sollte bei der Zubereitung von Kaffee mit CBD beachten, dass das CBD relativ hitzeempfindlich ist. Ein paar Tropfen des CBD Öls als Zugabe für einen frisch aufgebrühten und heißen Kaffee werden demnach keinerlei Wirkung zeigen. Auch ist zu beachten, dass jeder Mensch unterschiedlich auf die Wirkung von CBD sowie Koffein reagiert, weshalb man die Dosis immer individuell anpassen muss. Eine langsame Steigerung in der Dosierung ist natürlich von Vorteil. Auch der Gründer von Berlins erstem CBD Café weist darauf hin, dass es dabei immer auf den einzelnen ankommt. Während bei manchen bereits eine Tasse Kaffee mit CBD ausreicht, um ein angenehmes Entspannungslevel zu erreichen, verspüren andere wiederum keinen nennenswerten Effekt. Aber das macht den Einsatz von CBD auch so spannend, denn die Gäste des Cafés sind ebenso individuell wie die Wirkung von CBD. Studenten im Lernstress, Frauen mit Menstruationsbeschwerden oder ältere Menschen mit chronischen Schmerzen versammeln sich an diesem Ort um auf die Wirkung des Naturstoffes CBD zurückzugreifen, egal ob im Kaffee oder mittels anderer Konsummethoden.