CBD – Natürliches Wundermittel für den Hund?

Titelbild: Cedric Clooth auf Pixabay

Über die zunehmende Attraktivität von CBD in der medizinischen Anwendung bei Katzen haben wir bereits ausführlich berichtet. Wie sieht es aber mit der Wirkung bei anderen Lebewesen aus? Kann CBD bei Hunden genauso angewendet werden?

Wirkungsweise von CBD bei Hunden

Ja, auch der Hund ist in Besitz eines Endocannabinoid-Systems. Mithilfe dessen ist der tierische Organismus in der Lage, diverse Funktionen im Zentralnervensystem sowie das Immunsystem zu steuern. Das Phytocannabinoid CBD wirkt im Hundekörper ähnlich wie im menschlichen Organismus. Eine positive Beeinflussung durch Zugabe von CBD ist in der Theorie also möglich und wurde auch in wenigen Studien bereits erforscht. Wann macht es aber Sinn, dem Hund CBD zu geben?

Stressoren durch größere Belastung bzw. Unterforderung bei Hunden

Die Belastung von Hunden ist oftmals eine größere, als bei Katzen. Die Hunde begleiten ihren Menschen täglich und müssen demnach lernen, mit ihnen unvertrauten Situationen klarzukommen. Viele Hunde führen zusammen mit ihren Menschen diverse sportliche Aktivitäten aus oder haben teilweise sogar richtige „Berufe“, wenn man das in der Tierwelt auch so nennen kann. Therapiehunde bilden gemeinsam mit dem Tierhalter ein Team und unterstützen Patienten im Heilungsprozess in Form einer tiergestützten medizinischen Behandlung. Diese Hunde werden gerne in Altenheimen oder Kindergärten eingesetzt. Dann gibt es noch die Assistenzhunde, die jeden Tag aufs Neue ihren Menschen aufgrund einer schweren Behinderung durch den Tag helfen. Diese Hunde werden für nur einen Menschen ausgebildet und lernen, die Behinderung des menschlichen Partners durch das ausführen diverser Aufgaben zu mindern. Dazu zählen, um ein paar Beispiele zu nennen, Diabetikerwarnhunde, Epilepsiewarnhunde und Blindenführhunde. All diese Hunde müssen ein ruhiges Gemüt aufweisen und resistent gegenüber Stress und Unruhe sein. Ähnlich ist es beim Sporthund. Dieser muss ebenso verschiedenen Stressoren Stand halten. Leistungsdruck, Unsicherheit, Überforderung und Wettkampfstress sind alles Empfindungen, die der Hund auch spüren kann. Auf der anderen Seite gibt es natürlich auch viele Hunde, die nicht artgerecht ausgelastet werden. Auf diese wirkt die empfundene Langeweile ebenso als Stressor. Hunde mit einem gesunden und starken Nervensystem, haben damit keinerlei Schwierigkeiten, sofern der Hund nicht überlastet wird. Andere wiederum sind von ihrem Gemüt her eher anfällig für Stress und leiden dann sehr unter diesen Situationen. Auch in Ausnahmesituationen wie zum Beispiel dem bevorstehenden Silvesterfest, Tierarztbesuchen und dem Alleinbleiben, neigen viele Tiere dazu, besonders gestresst zu sein.

Auffällige Krankheiten bei bestimmten Rassetypen

Da der Hund viel Zeit bei seinen Menschen ist, erkennen wir oft sehr schnell, wenn etwas mit dem Tier nicht stimmt. Unsere vierbeinigen Freunde können allerdings nicht sprechen, weshalb die Diagnose oft nur durch den Tierarzt gestellt werden kann. Auch wenn jede Situation für sich betrachtet werden muss, stellt man des Öfteren Kausalitäten zwischen bestimmten Hunderassen und auftretenden Krankheiten fest. Viele Rassen leiden genetisch bedingt öfter an bestimmten Krankheiten, als andere. Beispielsweise infizieren sich kurzköpfige Hunde (wie z.B. die französische Bulldogge) häufiger mit Atemwegserkrankungen als Hunde mit längeren Schnauzen. Größere Rassen dagegen haben öfter Herz- und Gefäßerkrankungen sowie eine höhere Anfälligkeit für Ellbogen- und Hüftdysplasie. Die kleineren Rassen wiederum neigen vermehrt unter Schulterdysplasie und Kniescheibenproblemen. Die gekringelte Rute beim Mops kann verschiedene Fehlbildungen und Keilwirbel verursachen. Der rassetypisch auffällige Haarstreifen des Ridgebacks, welcher in die andere Richtung wächst, ist eigentlich eine milde Form der Krankheit Spina bifida (offener Rücken), welche Lähmungen hervorrufen kann. Aber auch Hunde, die aus keiner bestimmten Zucht stammen und keiner reinen Rasse angehören, haben typische Krankheitsbilder. Hunde, die von der Grundstimmung her eher ängstlich sind, leiden zum Beispiel oft an einer Übersäuerung des Magens, was schnell zu einer Gastritis führen kann.

Wie könnte CBD also dem Hund helfen?

Grundsätzlich gilt, dass CBD von der Wirkung her bei Mensch und Hund ähnlich ist. Da beide über ein Endocannabinoid-System verfügen, kann in beiden Organismen das CBD seine Wirkung entfalten. Allerdings reagieren Tiere allgemein sensitiver.

Forscher fanden heraus, dass das Cannabinoid eine beruhigende und entspannende Wirkung auf unsere Vierbeiner hat. Dies ist eine erfreuliche Nachricht für alle Hundebesitzer, die sich in den vorherigen Abschnitten wiedererkannt haben. Ein nervöses Gemüt führt nicht selten zu einem nervösen Magen und wir alle haben bestimmt schon mindestens einmal das Ergebnis davon auf dem Teppich wiedergefunden, oder? Die entzündungshemmende Eigenschaft von CBD ist bekannt. Auch bei Hunden kann eine Linderung von Entzündungen, Krämpfen und Schmerzzuständen auftreten. Bei chronischen Schmerzen können Besserungen auftreten und das Wohlbefinden des Hundes steigern. Außerdem sollen Hunde mit Altersschwäche eine deutliche Verbesserung verspürt haben. 5

Erfahrungsberichte zur Anwendung beim Hund

All diese möglichen Wirkungen sind noch zu wenig erforscht, um eine Garantie aussprechen zu können. Trotzdem gibt es schon jetzt viele Hundebesitzer, die auf die Zugabe von CBD bei ihrem Liebling schwören. Die Erfahrungsberichte, die man dazu findet, bestätigen die Annahmen über die Wirkungsweise.

Besitzer von Angsthunden berichten über eine erfolgreiche Langzeittherapie. Die Hunde spiegeln eine neugewonnene CBD-Coolness wieder und meistern zuvor schwierige Situationen nun leichter. Das souveräne und entspannte Auftreten konnte auf die Zugabe von CBD zurückgeführt werden. Andere Hundebesitzer berichten von Verbesserungen bei typischen Alterserscheinungen. Die Hunde können leichter aufstehen und sind deutlich aktiver als zuvor. Auch eine verbesserte Fell- und Darmgesundheit konnte während der Behandlung festgestellt werden. Eine allgemeine Verbesserung des Immunsystems sowie des Allgemeinzustandes, waren ebenfalls Erfahrungen, die Hundebesitzer erfreulicherweise machen durften.

Studien zu CBD in der Anwendung beim Hund

Es wurden bereits einzelne Studien durchgeführt, um die Wirkung von CBD am Hund selbst zu testen. Beispielsweise wurde die Verwendung des Wirkstoffes zur Behandlung von Hunden mit Arthritis getestet. Erfolgreich! In einer Kontrollstudie fand man heraus, dass die Hunde nach der Gabe von CBD deutlich aktiver waren. Die Besitzer haben außerdem keine Nebenwirkungen festgestellt. Eine weitere Studie untersuchte Beagles, die eine Allergie gegen Hausstaubmilben aufgewiesen haben. Die Hälfte wurde mit einem Placebo behandelt, die andere Hälfte mit einem Gel, das einen Endocannabinoid-Membran-Transporter-Inhibitor enthalten hat. Bei den Hunden, die mit dem Gel behandelt wurden, konnte man eine Verbesserung der allergischen Reaktion und des Juckreizes feststellen. Daraus resultiert die Annahme, dass durch die Aktivierung des CB2-Rezeptors die Entzündung und der Juckreiz reduziert werden können. CBD bindet an den CB1 und CB2 Rezeptor. Es ist sowohl eine Aktivierung als auch eine Blockade möglich, weshalb an dieser Stelle noch weitere Untersuchungen anstehen. In Colorado wurden Hunde mit Epilepsie einer anderen Studie unterzogen. Das Ergebnis zeigte eine signifikante Reduzierung der Anfälle bei der Gruppe, die mit CBD behandelt wurde. Allerdings war der Anteil der Hunde, welche auf die Therapie ansprachen, gleich der, die mit Placebos behandelt wurden. Es besteht aber ein Zusammenhand zwischen der Konzentration von CBD im Blut und der Anfallshäufigkeit, weshalb weitere Untersuchungen in diesem Bereich notwendig sind.

Dosierung beim Hund

Generell gilt für den Hund das gleiche wie für die Katze und für dich selbst. Hol dir eine ärztliche Meinung dazu und spreche mit einem Tierarzt deiner Wahl über diese alternative Behandlung. Es ist wichtig, vor allem bei einem Lebewesen, dessen Sprache wir nicht sprechen, auf Veränderungen des Gesundheitszustandes zu achten.

Es gibt CBD in verschiedenen Varianten. Von CBD-haltigen Hautpflegeprodukten über Hundekekse mit CBD und das klassische Öl für die orale Verabreichung. Auch hier solltest du dich dem Rat eines Tierarztes unterziehen. Öle unterscheiden sich in der Konzentration des CBD-Gehalts. Für Hunde und Katzen liegt dieser zwischen 2 – 10%. Beginne auch hier mit einer niedrigen Dosierung und beobachte deinen Hund genau. Es kann oft einige Wochen dauern, bis erste Verbesserungen für dich ersichtlich sind.

Nebenwirkungen von CBD beim Hund

Es sind keine Nebenwirkungen bei der Anwendung von CBD bekannt. Auch kann der Hund durch die Einnahme nicht „high“ werden. Allerdings solltest du bei deinem Vierbeiner mit der Gabe vorsichtig sein, um eine Überdosierung zu vermeiden. In diesem Fall kannst du deinem Hund nämlich unwissentlich Schaden zufügen. Wie bereits erwähnt reagiert der Organismus von Tieren sensitiver auf diese Behandlung, weshalb die Dosis deutlich geringer ist als beim Menschen. Abweichende Veränderungen im Verhalten deines Hundes solltest du mit dem Tierarzt klären. Ebenso kann CBD die Wirkung von anderen Medikamenten verstärken bzw. hemmen, weshalb auch in diesem Fall eine Absprache mit dem Tierarzt notwendig ist.

Bestimmt ist CBD auch in der Tiermedizin kein Wundermittel. Dennoch konnten durch seltene Studien bereits Erfolge erzielt werden. Erfahrungsberichte von Tierhaltern bestätigen ebenfalls den positiven Einfluss des Pflanzenstoffes auf das Wohlbefinden ihres Tieres. Wenn du wissen willst, was Tierärzte über die Verwendung von CBD beim Hund denken, haben wir hier ein exklusives Interview für dich.