CBD-Tampons: Die neue Geheimwaffe der Frau?

Titelbild: danielsampaioneto auf Pixabay

Menstruationsbeschwerden betreffen fast 50 Prozent der Frauen im fortpflanzungsfähigen Alter. Schmerzhafte Krämpfen im Unterleib in Kombination mit zahlreichen unangenehmen Begleiterscheinungen können sogar das männliche Geschlecht in ein Art Angstzustand versetzen. Effiziente und natürliche Lösung für diese äußerst schmerzhafte Situation sind auf dem Markt jedoch rar. Die Gründerinnen hinter der Marke Daye nehmen sich diesem Problem an und entwickeln Tampons mit dem Wirkstoff CBD. Dadurch wird der Hygieneartikel für die Frau zu einem Medizinprodukt. Doch welcher Gedanke steckt dahinter, können CBD Tampons Einfluss auf die Beschwerden während der Regelblutung nehmen?

Der weibliche Zyklus

Bei den meisten Frauen dauert der weibliche Zyklus 28 Tage. Es kann aber auch zu kürzeren und längeren Zyklen kommen. Zu Beginn jedes Zyklus wird die zuvor aufgebaute Gebärmutterschleimhaut durch die Kontraktionen der Gebärmuttermuskulatur abgestoßen und die Gebärmutter damit für den neuen Zyklus vorbereitet. Dies ist ein natürlicher Vorgang, der von den meistens Frauen auch wahrgenommen wird. Die Schleimhaut wird nun erneut aufgebaut und eine Eizelle reift heran. Nach dem Eisprung bleibt der Follikel, innerhalb dessen die Eizelle herangereift ist, zurück. Dies beschreibt die sogenannte Lutealaphase. Der Follikel verwandelt sich in einen Gelbkörper, welcher die Hormonausschüttung bedingt und damit die frische Gebärmutterschleimhaut auf die Einnistung der Eizelle vorbereitet. In dieser Zeit steigt deswegen auch die Körpertemperatur leicht an. Kommt es zu keiner Befruchtung der Eizelle, bildet sich der Gelbkörper wieder zurück. Dadurch kann auch die vorbereitete Gebärmutterschleimhaut nicht mehr aufrechterhalten werden und wird abgestoßen. Der Zyklus ist beendet und beginnt wieder von vorne – mit der Regelblutung. Diese dauert etwa 3 bis 6 Tage an. Die meisten Frauen berichten von einer stärkeren Blutung zu Beginn, welche im Laufe der Zeit immer schwächer wird. Ist das Ende in Sicht, kommt es zu einer sogenannten Schmierblutung.

Die Menstruationsbeschwerden der Frau

Je nach Zykluslänge, werden Frauen etwa einmal im Monat von der Regelblutung und den daraus resultierenden Leiden heimgesucht. Der Schweregrad der Beschwerden ist von Frau zu Frau verschieden. Manche verspüren lediglich ein leichtes ziehen oder nehmen sogar einfach nur die Blutung war. 30 bis 50 Prozent der Frauen im fortpflanzungsfähigen Alter leiden jedoch an heftigen Schmerzen. Oft sind besonders junge Frauen betroffen. Die Beschwerden setzen meistens etwa 2 Jahre nach der ersten Regelblutung ein. Die Hauptursache dafür sind die starken und krampfartigen Kontraktionen der Gebärmutter. Meistens werden die Schmerzen im Unterleib lokalisiert, können allerdings auch in den Bereich der Lenden sowie in die Beine und den Rücken ausstrahlen. In Folge der Menstruation können auch andere Beschwerden wie zum Beispiel Schweißausbrüche, migräneartige Kopfschmerzen, Übelkeit bis hin zu Erbrechen auftreten und setzen damit das i-Pünktchen auf diese ach so wundervollen Tage. Es gibt einige Frauen die während ihrer Periode auch unter heftigen Stimmungsschwankungen leiden. Weitere psychische Symptome können Reizbarkeit und Schlaflosigkeit sein, bis hin zu depressiven Verstimmungen.

Es gibt Faktoren die Einfluss auf die Intensität und Dauer der Menstruationsbeschwerden nehmen können. Stress steht dabei an oberster Stelle, da er die Hormonausschüttung und demnach auch die Menstruation beeinflusst. Der Zyklus sowie die Menstruation können sich dadurch Verkürzen oder aber Verlängern. Ebenso spielt das Körpergewicht der Frau eine entscheidende Rolle. Sowohl Untergewicht als auch Übergewicht beeinflussen den weiblichen Zyklus stark. Zu viel Sport kann allerdings auch dazu führen, dass die Menstruation komplett ausbleibt, da der Hormonhaushalt so stark gestört wird. In seltenen Fällen können Menstruationsstörungen auch durch Erkrankungen des Gehirns, der Eierstöcke oder der Gebärmutter hervorgerufen werden. Um an dieser Stelle eine für die Schmerzen im Unterleib verantwortliche Krankheit ausschließen zu können, sollte bei heftigen Symptomen ein Arzt aufgesucht werden. Werden die Schmerzen lediglich durch die Regelblutung ausgelöst, handelt es sich nicht um eine Erkrankung im engeren Sinne. Trotzdem wird die Lebensqualität der Frau enorm eingeschränkt. Aufrechtes Stehen ohne Wärmflasche wird direkt zur Qual, alltägliche Tätigkeiten können nicht mehr ohne leiden zu müssen ausgeführt werden. Teilweise müssen die betroffenen Frauen zuhause im Bett bleiben, weil an Aufstehen gar nicht zu denken ist. In solchen Fällen greifen viele Frauen auf die Einnahme der Pille zurück um den Zyklus besser lenken zu können und die Beschwerden dadurch zu verringern. Die darin enthaltenen Hormone Östrogen und Gestagen können die Blutung reduzieren und damit auch die Schmerzen. Doch die Einnahme der Pille kommt für einige Frauen nicht in Frage, bzw. vermindert zwar die Beschwerden, stellt aber keine optimale Lösung dar. Was kann ich als Frau also tun, wenn ich einmal im Monat das Gefühl habe, mein Unterleib zerreißt nahezu?

Unterstützende Medikation

Abgesehen von der Pille gibt es noch viele weitere Hormonpräparate, die neben der Verhütung auch noch eine lindernde Wirkung auf den Schweregrad der Menstruationsbeschwerden haben sollen. Als Beispiel dafür können die Drei-Monats-Spritze und das Hormonstäbchen genannt werden. Beide Präparate enthalten nur ein Gestagen und unterdrücken somit die monatliche Blutung komplett. Neben den Hormonpräparaten können auch herkömmliche Schmerzmittel wie zum Beispiel Paracetamol oder Metamizol eingesetzt werden. Diese Produkte gehören der Medikamentenklasse der nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) an und hemmen die Bildung von Gewebshormonen in der Gebärmutterschleimhaut. Dadurch wird die Gebärmutterkontraktion verringert und wir empfinden weniger Schmerzen. Diese Form der Medikation wird lediglich während der laufenden Regelblutung eingenommen.

Ob eine medikamentöse Therapieform der richtige Weg ist, mir Menstruationsbeschwerden umzugehen, sollte mit dem jeweiligen Frauenarzt besprochen werden. Es gibt diverse natürliche Möglichkeiten, die bereits vielen Frauen bei ihren Leiden Erleichterung verschafft haben.

Natürliche Hilfe bei Regelschmerzen

Pizza, Schokolade und Gummibärchen erscheinen zwar wie die Retter in der Not – doch tatsächlich hilft eine gesunde und ausgewogene Ernährung viel mehr. Eisenhaltige Produkte wie z.B. Weizenkleie, Kürbiskerne, Sojabohnen und Linsen sollten in die Ernährung integriert werden. Ebenso Lebensmittel, die viel Magnesium enthalten. Dazu zählen jegliche Vollkornprodukte, Haferflocken, Hülsenfrüchte und Nüsse. Auch wenn man sich vielleicht in dem Moment nicht danach fühlt, aber Bewegung hilft durchaus auch. Langsame Spaziergänge, Yoga und Meditation lockern die Muskulatur. Dadurch werden nicht nur Glückshormone ausgeschüttet sondern auch Verspannungen vorgebeugt. Sex soll bei manchen Frauen auch zu einer Verbesserung der Bauch- und Kopfschmerzen geführt haben. Wärme bewirkt zudem oft Wunder. In eine warme Decke eingehüllt und mit einer Wärmflasche auf dem Bauch sieht die Welt oft schon ganz anders aus. Dazu können beispielsweise Warme Wickel mit Melissenöl kombiniert angewandt werden. Auch die Anwendung von Kartoffelauflagen ist für eine intensive und tiefe Durchwärmung und Entspannung der Muskulatur gut geeignet. Schmerzen können auf natürliche Weise gelindert und Krämpfe gelöst werden. Neben der Melisse gibt es noch weitere Heilpflanzen, die als sogenannte Frauenkräuter einen positiven Effekt auf Regelschmerzen und starke Blutungen haben. Schafgarbe besitzt sowohl eine krampflindernde, als auch eine blutstillende Eigenschaft. Ein Tee aus Himbeerblättern kann dazu beitragen, die Regelbeschwerden zu lindern und Beifuß kann neben einer krampflösenden Wirkung auch bei PMS (Prämenstruelles Syndrom) unterstützen. Das wohl beliebteste Frauenkraut ist der Frauenmantel. Als Tee getrunken lindert er fast alle Frauenbeschwerden.

CBD als natürlicher Wirkstoff zur Behandlung von Menstruationsbeschwerden

Zu Beginn habe ich bereits erwähnt, dass die Gründer von Daye der Frau eine weitere natürliche Hilfestellung bei Menstruationsbeschwerden geben wollen. An dieser Stelle kommt nun das CBD ins Spiel.

Tatsächlich stellt Hanf ein bewährtes Mittel bei Menstruationsbeschwerden dar. Der nicht psychoaktive Wirkstoff aus der Cannabispflanze, das Cannabidiol, ist bereits sehr beliebt geworden als Naturheilmittel zur Behandlung von Unruhezuständen, Entzündungen und vor allem Schmerzen. Der Wirkstoff kann unter anderem Salben beigefügt, um bei auftretenden Schmerzen lokal eingesetzt werden und somit direkt an der betroffenen Stelle wirken. Die schmerzlindernde Wirkung von CBD rührt daher, dass dieses unter anderem mit den körpereigenen Schmerzrezeptoren der sensorischen Nervenzellen interagiert und dadurch die Wahrnehmung der schmerzauslösenden Reize mildert. Schmerzempfindliche Nerven werden desensibilisiert und das Schmerzempfinden somit verringert. Bauchkrämpfe, das Ziehen im unteren Rückenbereich und auch migräneartige Kopfschmerzen können in ihrer Intensität durch die Wirkung von CBD geschwächt werden. Das Cannabinoid weist eine entzündungshemmende Aktivität auf, die die Produktion von Prostaglandinen im weiblichen Körper reduziert und dadurch auch die Schmerzempfindlichkeit senkt. Die bereits beschriebenen Krämpfe während der Menstruation werden durch eine glatte Muskulatur der Gebärmutter verschlimmert. An dieser Stelle kann die entkrampfende Wirkung von CBD eine Verstärkung unterbinden. Cannabinoide sind nämlich allgemein dafür bekannt, glatte Muskeln zu entspannen. Kontraktionen im Muskelgewebe werden aufgrund der gezielten Ansprache der darauf eingebetteten Rezeptoren durch das CBD ganz einfach wieder gelöst. Zusätzlich wirkt dieser Inhaltsstoff der Cannabispflanze vaskulär entspannend, da die Blutgefäße ebenfalls mit glatten Muskeln ausgekleidet sind. Eine geförderte Entspannung dieser erhöht gleichzeitig die Durchblutung. Eine erhöhte Durchblutung kann wiederum dabei helfen, sauerstoffarmes Gewebe zu entlasten und die schmerzhaften Krämpfe weiter zu minimieren.

Neben der schmerzstillenden, entzündungshemmenden, entkrampfenden und vaskulär entspannenden Wirkung, leistet das Cannabidiol einen wesentlichen Beitrag zum allgemeinen Wohlbefinden. Es wirkt beruhigend auf die Psyche, angstlösend und antipsychotisch. Der für Körper, Geist und Zyklus belastende Stress kann durch das eine regelmäßige Einnahme von CBD kontrolliert werden. Erschöpfungssymptome wie Schlafstörungen oder extreme Stimmungsschwankungen können durch eine Behandlung mit CBD verbessert werden. Befindet sich der Körper in einem hormonellen Ungleichgewicht, kann das CBD dabei helfen, eine hormonelle Balance und den natürlichen Zyklus wiederherzustellen.

Insgesamt stellt das Cannabidiol also eine alternative natürliche Behandlungsmethode zur schulmedizinischen Schmerztherapie dar und kann uns Frauen das Leben während der Periode wenigstens ein bisschen leichter machen.

CBD Konsum über die Vagina

Es gibt verschiedene Methoden das Cannabidiol zu konsumieren. Zur Auswahl steht die klassische Inhalation sowie die orale, sublinguale oder topische Anwendung. Die übliche Variante CBD zu sich zu nehmen, ist die sublinguale Technik. Dabei wird das CBD-Öl in der gewünschten Dosierung unter die Zunge geträufelt. Der Wirkstoff gelangt nach einer kurzen Einwirkungsphase direkt in den Blutkreislauf und kann seine Wirkung im ganzen Körper entfalten. Grund dafür ist die schnelle Aufnahme der Substanz über die Mundschleimhaut, ohne dabei einen Umweg über die Verdauungsorgane nehmen zu müssen. Eine weitere, bisher nicht sehr populäre Art CBD zu konsumieren beschreibt die Zuführung des Stoffes über Tampons. In diesem Fall funktioniert die Aufnahme auf eine ähnliche Art und Weise. Das weibliche Geschlechtsorgan ist nämlich ebenfalls bestens mit Schleimhäuten ausgestattet, welche dicht mit Nerven durchzogen und deswegen auch sehr sensibel sind. Dass es gut möglich ist, über die Vaginaschleimhaut Wirkstoffe aufzunehmen, zeigen Schlagzeilen aus vergangenen Jahren wie zum Beispiel: Wodka-Tampons: Gefährliches Vagina-Besäufnis! Zu dieser Zeit kam es vermehrt zu Vorfällen, bei denen sich junge Mädchen in Wodka getränkte Tampons vaginal einführten um möglichst schnell betrunken zu werden. Dass diese Herangehensweise äußerst fraglich ist, soll an dieser Stelle allerdings nicht diskutiert werden. Für den Einsatz von CBD in der Frauenmedizin ist diese Methode jedoch interessant. Durch Verteilung des CBD-Öls auf dem Tampon, könnten Frauen den krampflösenden Wirkstoff direkt bei der Anwendung der Hygieneprodukte für sich nutzen und dadurch gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Zudem soll die Dichte an Cannabinoid-Rezeptoren in der Vagina am höchsten sein.

Tampons als medizinisches Produkt

Tampons dienen bereits seit geraumer Zeit zur Aufnahme von Flüssigkeiten und zur Stillung von Blutungen. Es gibt seit kurzer Zeit einige Unternehmen, die den klassischen Tampon-Herstellern Konkurrenz machen. Tampons aus 100% Bio-Baumwolle werden unter anderem von der Marke The Female Company oder Einhorn hergestellt und leisten einen kleinen Beitrag in Richtung Umweltbewusstsein. Mit Hilfe der chlorfrei gebleichten, tierversuchsfreien und veganen Tampons ohne Plastiküberzug kann man inzwischen nachhaltig und ohne Chemie menstruieren. Das Unternehmen Daye aus Großbritannien setzt nun noch einen oben drauf und möchte mit den angebotenen CBD Tampons die Standards in Bezug auf die Gesundheit von Frauen erhöhen. Ihre Tampons werden auch aus Bio-Baumwolle hergestellt und zudem mit CBD verfeinert. Laut eigener Aussage stellen der weibliche Körper und CBD eine himmlische Verbindung dar. Durch den Einsatz von CBD Tampons wirkt die krampflösende Eigenschaft wo und wann man sie braucht.

Der Preis hebt sich allerdings auch deutlich von dem der Konkurrenzprodukten ab. Gerechtfertigt wird dieser aufgrund des verantwortungsbewussten Umgangs mit den Hygieneartikeln, da die Hygienestandards für Tampons in der Regel geringer ausfallen als die für Pflaster. Anhand der individuellen Menstruation der Frau, wird eine Box zusammengestellt aus einer bestimmten Anzahl an BIO Tampons mit CBD und ohne den Wirkstoff. Ob diese moderne Methode zur Bekämpfung von Menstruationsbeschwerden den langersehnten Erfolg für alle betroffenen Frauen bringt, ist noch unklar. Derzeit sind die Produkte der Marke Daye nur in Großbritannien erhältlich.