CBD soll bei Angst und Panikattacken helfen

Titelbild: sudheir kumar auf Pixabay

Adele als eine der größten Sängerinnen ihrer Generation wird während ihrer Tournee von schlimmen Panikattacken ergriffen, Fußball-Legende Dennis Bergkamp kann aufgrund seiner Flugangst bei Auswärtsspielen häufig nicht dabei sein und der römische Staatsmann und Feldherr Julius Caesar soll sich vor Katzen gefürchtet haben. Angst zu empfinden ist ein völlig normales Signal, welches für den Menschen überlebenswichtig ist. Bei rund 15 Prozent der Bevölkerung entgleist diese Reaktion jedoch und wird krankhaft. Allein in Europa leiden Rund 60 Millionen Menschen unter Angststörungen. In Deutschland ist durchschnittlich jeder Sechste betroffen, Frauen dabei deutlich häufiger als Männer. Bei Kindern und Jugendlichen sind Angsterkrankungen am weitesten verbreitet. Angst davor, in die Schule zu gehen, Prüfungen zu schreiben oder von der Peer Group ausgeschlossen zu werden – In jungen Jahren kann das Leben ganz schön aufregend sein. Kein Wunder also, dass laut Statistiken 75 Prozent der psychischen Erkrankungen vor dem 24. Lebensjahr auftreten. Obwohl Angststörungen zu den häufigsten psychischen Erkrankungen in Deutschland gehören und damit noch weiter verbreitet sind als die Depression, wird nur die Hälfte solcher Fälle erkannt und behandelt. Als Folge einer fehlenden Diagnostik drohen Chronifizierung und Begleiterkrankungen wie Depressionen oder Sucht. Angststörungen sollten demnach einen höheren Stellenwert im Gesundheitswesen und der Gesellschaft erlangen. So divers wie Angststörungen ausfallen können, so sind es auch die Behandlungsmethoden. Große Vorsicht gilt jedoch bei Beruhigungs- und Schlafmitteln, die zwar in der Not kurzfristig helfen können, jedoch ein großes Suchtpotential mit sich bringen. Natürliche und pflanzliche Mittel können in diesen Fällen eine Alternative sein, die nicht abhängig macht – so zum Beispiel CBD. Das Cannabinoid kann Studien zufolge bei Angststörungen und Panikattacken helfen. 

Die Angst: Eines der zentralsten Gefühle des Menschen

Die Angst ist ein überlebensstrategisch wichtiges Signal für den Menschen und hat deswegen durchaus eine Berechtigung. Man hat Angst vor Dingen, die eine Gefahr darstellen. Durch die empfundene Angst schützen wir uns automatisch selbst. Doch wie begegnen wir dieser Angst am besten und wann beginnt das Empfinden krankhaft zu werden? Angst vor einem Bären zu haben, der sich in freier Natur und in unmittelbarer Nähe zu einem befindet, ist eine durchaus berechtigte Angst. Leiden Menschen unter Angststörungen, haben sie jedoch starke Angst vor Dingen oder Situationen, die für andere ganz normal und unbedenklich erscheinen. Eine Grenze zu ziehen ist jedoch nicht ganz einfach. Zumal Angststörungen und Panikattacken je nach Person ganz individuell ablaufen können. Professor Arno Deister, Präsident der DGPPN (Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie), definiert den Moment, ab welchem Angst krankhaft wird, als den, bei welchem die Angst „ihre eigentliche Funktion verliert, das heißt, uns nicht mehr vor einer Gefahr schützt, sondern unser Leben behindert“. Menschen mit Prüfungsangst werden diese Situation kennen, wenn die Angst einen so behindert, dass man innerlich blockiert und nicht mehr aufnahmefähig ist und letztendlich die Prüfung nicht besteht. Manchmal reicht allein die Vorstellung einer angsteinflößenden Situation aus, dass die Menschen solche Situation komplett meiden und dadurch leider sehr fremdbestimmt sind. 

Doch wie kommt es zu einer solchen Abwandlung von Ängsten hin zu krankhaften Angststörungen? Tatsächlich sind zu einem großen Teil unsere Gene Schuld. Das Risiko, an einer Angststörung zu erkranken, wird zur Hälfte durch unseren Genpool bestimmt. 

Angststörungen bedingt durch unsere Gene?

Gene bestimmen die wesentlichen Merkmale eines Lebewesens. Haben wir blaue oder braune Augen, blondes oder schwarzes Haar und können wir unsere Zunge rollen oder nicht – Gene fungieren in Kombination als Bauplan für unseren Körper. Somit haben sie auch einen großen Einfluss darauf, ob wir gesund sich oder nicht. Angststörungen sind demnach zu etwa 50 Prozent vererbbar. Hunderte von Genen beeinflussen eine mögliche Erkrankung an einer Angststörung. Doch allein das Vorhandensein löst keine Krankheit aus. Die Gene müssen zuerst aktiviert werden und das geschieht durch bestimmte Umweltfaktoren. Ein solcher Umweltfaktor kann beispielsweise Stress sein. Weist man eine entsprechende genetische Veranlagung vor, können stressige Situation wie beispielsweise ein gekündigter Job, Trennungen oder Todesfälle die Gene aus ihrem Schlaf erwecken und dadurch eine Angststörung verursachen. Dies kann sich über einen längere Zeitraum ziehen oder auch innerhalb weniger Stunden passieren. Forscher:innen vermuten, das unter anderem das Hormon Cortisol Schuld daran ist, da es bei Stress vermehrt ausgeschüttet wird. 

Zur anderen Hälfte sind psychosoziale Faktoren für Angststörungen verantwortlich. Schicksalsschläge und traumatische Ereignisse wie beispielsweise ein sexueller Missbrauch, die Scheidung der Eltern oder der Tod einer geliebten Person, können Panikstörungen auslösen. Wissenschaftler:innen stellen die Hypothese auf, dass das Gleichgewicht der Botenstoffe Serotonin, Noradrenalin und Gamma-Aminobuttersäure (GABA) im Gehirn der Betroffenen dann aus dem Gleichgewicht geraten ist. 

Wie fühlt sich eine Panikattacke an?

Eine Panikattacke zählt zu den häufigsten Angsterkrankungen. Sie äußert sich in Form verschiedener Symptome. Die Betroffenen fühlen sich verzweifelt, hilflos und allein. Körperliche Symptome können beispielsweise Herzrasen, Übelkeit und Atemnot sein. Diese treten innerhalb von Millisekunden alle gleichzeitig auf. Das ist evolutionsbedingt auch sinnvoll. Droht eine Gefahr, löst der Mandelkern im Stammhirn das Notfallprogramm aus, um in Bruchteilen von Sekunden den Körper auf Flucht- oder Kampf vorzubereiten. War man zu langsam, konnte man der Gefahr schließlich nicht entkommen. Im Fall einer Panikattacke, wird dieser Mechanismus allerdings auch in einer nicht bedrohlichen Situation ausgelöst. Professor Borwin Bandelow von der Deutschen Gesellschaft für Angstforschung vergleicht dies mit einem Airbag, der im Auto losgeht, obwohl dieses auf dem Parkplatz steht. In den meisten Fällen sind Panikattacken gekoppelt mit Platzangst, weshalb große Menschenmengen, enge Räume oder Fahrstühle Auslöser sein können. Bei anderen wiederum können die körperlichen Symptome auch aus dem heiteren Himmel auftreten, wenn man eigentlich gerade gemütlich auf dem Sofa sitzt. Eine Panikstörung kann bis zu 20 mal im Monat auftreten und sogar mehrmals am Tag.

Behandlung von Angststörungen und Panikattacken

Um sich selbst vor Angststörungen zu schützen, empfiehlt Professor Arno Deister das Einnehmen einer aktiven Rollen in beängstigenden Situationen und die Konfrontation mit dieser. Es hilft, sich selbst die Frage zu stellen, was die Angst mit einem macht und ob tatsächlich eine reale Bedrohung besteht. Im Anschluss kann man dann in Ruhe überlegen, wie man der Angst Schritt für Schritt die Stirn bieten kann. Diese Übung soll dazu führen, dass man lernt, die Angst selbst zu beherrschen und nicht umgekehrt. Manchmal ist dies aber schon längst geschehen und es bedarf einer erweiterten Behandlungstherapie. 

Da das Auslösen einer krankhaften Angststörung oder Panikattacke zur Hälfte auf die Gene zurückzuführen ist, knüpft die Behandlung einer solchen Krankheit auch an den Aktivierungsprozess der Gene an. Ein Team aus Psychiater:innen aus Freiburg konnte herausfinden, dass die sogenannten Angst-Gene bei den Betroffenen nach einer sechswöchigen Psychotherapie wieder inaktiviert werden konnten. Psychotherapie kann demnach sogar auf der epigenetischen Ebene im Zellkern wirken. Für die Behandlung von Angststörungen und Panikattacken ist diese Erkenntnis essentiell. 

Zudem sorgen die üblichen Arzneien beispielsweise dafür, dass mehr Serotonin  für die Hirnzellen zur Verfügung steht. Seratonin ist auch bekannt als „Glückshormon“, durch dessen Zugabe Panikstörungen gut reguliert werden können. Geheilt ist man dadurch allerdings nicht. Um Angststörungen und Panikattacken vollständig in den Griff zu bekommen, ist eine Kombination von Medikamenten und Psychotherapie notwendig. Neben den Wirkstoffen zur Kontrolle körpereigener Prozesse, lernen Betroffene über kognitive Verhaltenstherapien unter anderem, sich ihrer Angst in den furchtauslösenden Situationen zu stellen. Das Stammhirn des Menschen, welches das Notfallprogramm aktiviert, ist nämlich evolutionsgeschichtlich sehr alt und kann leider keine Worte verstehen. Vielmehr müssen Handlungen neu erlernt werden – so zum Beispiel, dass ein menschenüberfüllter Supermarkt keine tatsächliche Gefahr darstellen muss.  

Können Medikamente zur Behandlung von Angststörungen süchtig machen? 

Jegliche Form der Angststörung sollte erkannt und ernst genommen werden. Neben den Qualen der Betroffenen in der jeweiligen Situation, wirken sich die Panikattacken insbesondere auf das (soziale) Leben der Betroffenen langfristig aus. Erfahrungsgemäß ziehen sie sich ich immer mehr aus dem Leben zurück und Probleme in der Partnerschaft, der Familie oder im Berufsleben treten häufig auf. Rauschmittel wie beispielsweise Alkohol kann in solchen Fällen ein erhöhtes Suchtpotential aufweisen, ebenso Beruhigungsmittel. Insbesondere beruhigende Substanzen (Tranquilizer) und Medikamente werden seit dem 19. Jahrhundert in der psychiatrischen Behandlung üblicherweise zur Unterstützung oder Herbeiführung von Schlaf (Hypnotika) verwendet. Dies hat den Hintergrund, dass die meisten psychischen Krisenzustände mit Unruhe, Angst und Schlafstörungen einhergehen. Menschen greifen zu solchen Medikamenten vor allem dann, wenn sie akut nach entlastender Hilfe suchen. Die Nebenwirkungen der Medikation sind sogar bei längerem Gebrauch relativ gering. Jedoch bergen Tranquilizer und Hypnotika als einzige Psychopharmakagruppe die Gefahr von Abhängigkeit und Sucht. Demnach sollten sie lediglich für einen begrenzten Zeitraum eingenommen werden und keine langfristige Dauerlösung darstellen. In einer Zeitspanne von wenigen Tagen oder Wochen, ist das Risiko einer Abhängigkeit im Allgemeinen gering. Alles darüber hinaus wird kritisch. 

Pflanzliche Helfer bei Angst und Panikattacken

Um ein mögliches Suchtpotential so gering wie möglich zu halten, liegt die Idee nahe, auf pflanzliche Helfer zurückzugreifen, die ebenfalls eine Stütze bei Angst und Panikattacken sein können, aber eine verminderte Suchtgefahr darstellen. Insbesondere dann, wenn die Angststörung in einem geringen Maß ausgeprägt ist. Pflanzliche Mittel gegen Panikattacken können sein:

  • Kava:

Tatsächlich soll dieser eher ungewöhnliche Name das wirksamste pflanzliche Mittel bei Angststörungen sein. Es handelt sich um ein Getränk, welches aus der Pflanze Piper methysticum (Rauschpfeffer) gewonnen wird. Diese Behandlungsmethode zur Verringerung von Angst, Ruhelosigkeit und Schlaflosigkeit ist seit Jahrhunderten in vielen Kulturen verbreitet.

  • Baldrian:

Eine der bekanntesten Heilpflanzen gegen Schlafstörungen, Angstzustände oder Nervosität ist Baldrian. Das Kraut besitzt über hundert wertvolle Bestandteile und verschiedene Wirkstoffe. Durch die Einnahme wird die GABA (Gamma-Amino-Butter-Säure)-Ausschüttung erhöht und die Wiederaufnahme gleichzeitig gehemmt. Dadurch steigt die Konzentration von GABA im Körper, was gleichzeitig zu einer Reduzierung von Angst und Anspannung führt. 

  • Melisse:

Das duftende Kraut soll bei nervös bedingten Einschlafstörungen helfen und gleichzeitig den Appetit anregen. Eine positive Wirkung bei psychosomatischen Beschwerden (Herz, Magen-Darm-Trakt) soll ebenfalls auftreten. 

  • Hopfen:

Hopfen ist nicht nur wirkungsvoll in der Bierbrauerei sondern auch, wenn es um Unruhe, Angst, Schmerzzustände sowie nervöse Schlafstörungen geht. Die enthaltenen Bitterstoffe im Hopfen wirken beruhigend und töten Bakterien ab. 

  • Lavendel:

Lavendel duftet besonders intensiv und hat zudem eine beruhigende Wirkung auf den Menschen, allerdings nur schwach. Lavendelöl findet insbesondere in der Aromatherapie Einsatz und wir bei nervöserErschöpfung und depressiven Verstimmungen angewendet. Aus diese Grund ist Lavendel oft Bestandteil von Entspannungsbädern. 

  • Orangenblüten:

Die Wirkung von Orangenblüten ist nicht nachgewiesen, dennoch gelten sie in der Volksmedizin als pflanzliches Beruhigungsmittel. Sie sollen bei Schlafstörungen, Problemen mit der Verdauung oder Nervosität helfen. 

  • Johanniskraut:

Dieses schöne Kraut gilt in der Pflanzenheilkunde als Stimmungsaufheller, weshalb es unter anderem bei depressiven Verstimmungen angewandt wird. Angst, Panik und Nervosität werden durch die Wirkung abgeschirmt. Das Johanniskraut ist gut verträglich und macht einen ruhiger, gelassener und widerstandsfähiger gegenüber dem Alltagsstress.

  • Passionsblumenkraut:

Die Passionsblume überzeugt nicht nur mit ihrem Aussehen. Die Pflanze kann nämlich außerdem bei nervöser Unruhe, psychosomatischen Störungen, Einschlafschwierigkeiten und Angst unterstützen. Nervliche Anspannung infolge von Leistungsdruck, soll durch die Passionsblume gemildert werden. Das Passionsblumen-Trockenextrakt ist als pflanzliches Arzneimittel zur Behandlung von nervösen Unruhezuständen zugelassen. 

  • Hanf:

Die traditionsreiche Kulturpflanze Hanf ist äußerst vielseitig einsetzbar – so auch bei Angst und Panik. Die Produkte aus Hanf sind in unterschiedlichen Varianten erhältlich. Viele helfen dabei, das eigene Wohlbefinden sowie die Vitalität und innere Balance zu steigern. Das geschieht deswegen, weil die Inhaltsstoffe der Hanfpflanze zum Teil mit dem körpereigenen Endocannabinoid-System interagieren, welches wiederum für eine Vielzahl an wichtigen Prozessen im Körper verantwortlich ist. 

Wie man sieht, gibt es viele pflanzliche Mittel, die bei Angststörungen helfen können. Ein Tee aus Melisse, Baldrian, Hopfen, Passionsblume oder Lavendel kann beispielsweise auf natürliche Weise zu einem besseren Schlaf verhelfen. Nichts desto trotz sollte man die Behandlung von krankhaften Angststörungen mit einem Arzt besprechen.

So kann CBD bei Angststörungen helfen

Die Hanfpflanze hat eine große Vielzahl an Inhaltsstoffen. Dazu zählen Cannabinoide, Terpene und  Flavonoide. Die zwei bekanntesten Cannabinoide sind wohl THC und CBD. Im Gegensatz zu THC ist CBD ein nicht psychoaktives Cannabinoid aus dem weiblichen Hanf. Es hat dadurch keinerlei berauschende Wirkung. Während Paranoia oder Angstzustände Nebenwirkungen von dem Konsum von THC sein können, wirkt CBD als natürliches Beruhigungsmittel. Studien zufolge kann CBD sogar gegen Angststörungen und Panikattacken helfen. Eine neure Studie aus Leipzig mit insgesamt 37 Probanden mit Angststörungen bestätigte dieses Ergebnis. Die Studienteilnehmenden waren zwischen 23 und 61 Jahre alt und der durchschnittliche Angstwert lag vor Studienbeginn bei 4,1. Dies entspricht laut den Studienerklärungen einem großen Unwohlsein (1 = kein Unwohlsein, 5 = sehr großes Unwohlsein). Die Probanden wurden in zwei Gruppen aufgeteilt wovon eine Gruppe als Kontrollgruppe diente und mit einem Placebo behandelt wurde, in diesem Fall war es Rapsöl. Die Teilnehmer der anderen Gruppe erhielten über einen Zeitraum hinweg von 30 Tagen jeweils 10 Tropfen CBD-Öl mit einem CBD-Gehalt von 15 Prozent. Dies entspricht einer Tagesdosis von 50 Milligramm CBD. Die Ergebnisse nach Beendigung der Studie zeigen einen deutlichen Effekt: Bei 17 Teilnehmer:innen konnte durch die Gabe von CBD die Angst um 31,71 Prozent reduziert werden. Der durchschnittliche Angstwert lag nun bei 2,8. Lediglich bei einem Probanden trat kein Effekt auf und bei einem anderen verschlechterten sich die Werte. Die Wissenschaftler:innen kommen demnach zu dem Schluss, dass die regelmäßige Einnahme von CBD mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit dazu führt, dass Angststörungen verringert werden können. Begründen kann man dies durch die Wirkungsweise von CBD. Es gibt zahlreiche Studien, die die Wirkungsweise des Cannabinoids auf das Gehirn und Nervensystem untersucht haben. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass CBD einen direkten Einfluss auf den 5-HT1A-Rezeptor im Gehirn nimmt. Dieser ist ein wichtiger Bestandteil des zentralen Nervensystems. Man bezeichnet ihn auch als „Seratoninfühler“. Bindet eine Substanz an diesen Rezeptor, wird eine angstlösende Wirkung ausgelöst. Studien zufolge kann CBD mit diesem Rezeptor interagieren, wodurch sich die Einnahme des Cannabinoids positiv auf angsteinflößende Situationen ausübt. Zudem können akute autonome Reaktionen auf Stress sowie mögliche verzögerte emotionale Folgen abgemildert werden. Auch der Ausschüttung der Stresshormone Cortisol und Adrenalin kann durch CBD entgegengewirkt werden. Zudem soll CBD beruhigend auf den Körper und Geist wirken.

Der große Vorteil dabei ist, dass durch den regelmäßigen Konsum von CBD kein Suchtpotential besteht. Darüber hinaus verfügt das Cannabinoid über weitere positive Eigenschaften. Es wirkt unter anderem

  • schmerzlindernd,
  • entkrampfend,
  • antibakteriell,
  • entzündungshemmend,
  • antioxidativ,
  • und senkt das Risiko für Diabetes.

CBD besitzt demnach erhebliches Potential bei der Behandlung von multiplen Angststörungen. Das Cannabinoid kann im zentralen Nervensystem beruhigend wirken und soll zu mehr Ausgeglichenheit verhelfen. Menschen, die beispielsweise unter Flug- oder Prüfungsangst leiden, von nervösen Zuständen geplagt sind oder auch aufgrund von Panikattacken in ihrem Leben eingeschränkt sind, könnten in CBD eine pflanzliche Alternative beziehungsweise Ergänzung zu den handelsüblichen Beruhigungsmitteln gefunden haben. Jedoch beziehen sich viele wissenschaftliche Untersuchungen auf Tierversuche, weshalb die Wissenschaft dazu angehalten ist, mehr Studien durchzuführen, die sich auf die menschliche Physiologie beziehen. 

Dosierung von CBD bei Angststörungen

Es gibt verschiedene Darreichungsformen von CBD und demnach auch unterschiedliche Dosierungsmöglichkeiten. Man sollte diesbezüglich überlegen, für welchen Anwendungsfall man CBD einnehmen möchte. Für eine schnelle und intensive, dafür vergleichsweise kurze Wirkungsdauer aufgrund plötzlich auftretender Panikattacken oder akuter Schmerzen, würden sich Vape Produkte anbieten. Die meisten Menschen mit Ängsten greifen jedoch auf CBD Öl zurück. Dieses soll eine langanhaltendere Wirkung haben und ist zudem einfach und diskret zu dosieren. Eine allgemeine Dosierungsempfehlung von CBD Öl gegen Angst gibt es leider nicht. Da jeder Organismus anders auf das Cannabinoid reagiert, muss man die richtige Dosis für sich selbst herausfinden. Am besten startet man mit einer geringen Menge und hebt diese Schritt für Schritt in Anlehnung an die Angstgefühle an. Zur Orientierung kann dieses Beispiel herangezogen werden:

Ausprägung/Art der BeschwerdenMögliche DosierungEmpfohlene Höchstdosis
Stress und nervöse Zustände3×10 Tropfen 5% CBD Öl täglich20 mg
Angstzustände mit ausgeprägten Beschwerden3×3 Tropfen 10% CBD Öl15% CBD Öl täglich100 mg

Gibt es Nebenwirkungen von CBD?

Im Vergleich zu herkömmlichen Beruhigungsmitteln und Schlaftabletten sind die Nebenwirkungen durch CBD gering und das pflanzliche Extrakt wird deutlich besser vertragen. Dennoch können Schläfrigkeit, Benommenheit oder ein trockenes Mundgefühl auftreten. Da CBD auch den Blutdruck absenken kann, sollten Menschen mit einem niedrigen Blutdruck während der Einnahme ihre Werte im Blick behalten. Außerdem kann es zu Wechselwirkungen kommen, wenn man bereits Medikamente einnimmt. Das Cannabinoid kann nämlich die Arbeit von körpereigenen Enzymen beeinträchtigen, weshalb auch der Abbau von Medikamenten beeinflusst werden kann. Dadurch wird die Wirkung verstärkt oder aber vermindert. Bei der Einnahme von Säure- und Gerinnungshemmern, Schmerzmitteln oder Neuroleptika sollte man demnach vor der Einnahme mit dem behandelten Arzt sprechen, ob eine Zugabe von CBD problematisch werden kann.