Für den Schmusetiger nur das Beste – Wie CBD und Katzen harmonieren

Titelbild: Dimitri Houtteman auf Pixabay

CBD gewinnt vermehrt auch die Herzen von Katzenbesitzern, die ihre Fellnasen auf natürliche Art und Weise bei gesundheitlichen Beschwerden behandeln wollen. Dass sich dieses Cannabinoid auch bei Tieren unterstützend auf den Organismus auswirken kann, wurde bereits in einem vorherigen Beitrag thematisiert. Nun soll konkret auf die Wirkungsweise von CBD bei Katzen eingegangen werden, dem beliebtesten Haustier der Deutschen.

Kurze Wiederauffrischung zur Wirkungsweise von CBD

Dem Wirkungsmechanismus von CBD liegt das Endocannabinoid-System zugrunde. Dieses System ist an der Regulation von vielen Funktionen im Zentralnervensystem beteiligt sowie an der Kommunikation zwischen Zellen untereinander. Die Endocannbinoide (körpereigene Cannabinoide) stellen in diesem System Botenstoffe dar, welche an die Rezeptoren andocken können, um diese zu aktivieren oder zu besetzen. Letzteres führt dann zu einer Blockade des Rezeptors und einer gehemmten Funktionalität. Es gibt zwei bekannte und untersuchte Rezeptoren: der CB1 Rezeptor ist vermehrt im Zentralnervensystem angesiedelt, der CB2 Rezeptor verteilt sich über den gesamten Körper. CBD ist ein Phytocannabinoid und analog zu dem Endocannabinoid 2-Arachidonoylglycerol. 1 2

Das Endocannabinoid-System des Stubentigers

Das Endocannabinoid-System der Katze ist gleich aufgebaut wie das des Menschen. Es gibt Endocannabinoide, Rezeptoren und Enzyme. Der CB1-Rezeptor ist auch bei der Katze hauptsächlich für Prozesse im Zentralnervensystem verantwortlich. Im ganzen Körper angesiedelt und hauptsächlich für ein intaktes Immunsystem sowie Knochenauf- und Abbau verantwortlich, ist auch hier der CB2-Rezeptor. Die Interaktion mit Endocannabinoiden ist auch im tierischen Organismus gleich und kann durch die Zugabe von Phytocannabinoiden beeinflusst werden. 3

Achtung bei der Wahl des geeigneten Mittels

Der Organismus einer Katze sowie ihr Endocannabinoid-System sind wesentlich sensitiver als beim Menschen. Katzen reagieren beispielsweise sehr empfindlich auf die Assimilation von THC Molekülen. Unter Assimilation versteht man die Überführung von dem körperfremden Stoff (THC) in körpereigene Substanzen. 4 Grund für die Empfindlichkeit ist, dass Katzen wesentlich mehr CB1-Rezeptoren, welche mit dem THC interagieren, in ihrem Gehirn aufweisen. 5 Die psychoaktive Wirkung von THC ist für die Katze in keinem Fall angenehm. Im Gegenteil. Für das Tier ist dieses Gefühl unangenehm und führt eher zu einer Erregung des Tieres, anstatt einer Beruhigung. Zudem kann uns kein Tier sagen, wenn es ihm schlecht geht oder es Angst bekommt aufgrund von Halluzinationen. Die Verwendung des Phytocannabinoids THC bei Katzen ist demnach nicht empfehlenswert! 6

Bei welchen Krankheiten/ Zuständen CBD der Katze helfen kann

Im Gegensatz zu THC kann CBD der Katze allerdings tatsächlich Gutes tun.

„Laut einer Studie aus dem Jahr 2011 haben 61% der Katzen ab sechs Jahren Arthritis in mindestens einem Gelenk und 82% der Katzen ab 14 Jahren leiden an Arthritis.” 7

Die entzündungshemmende Wirkung von CBD kann unter anderem bei dieser Krankheit helfen, die bei Katzen sehr häufig auftritt. Auch andere Krankheitsbilder, bei denen Entzündungsprozesse vorliegen, können dadurch positiv beeinflusst werden. Bei einem entzündeten Darm kann demnach der Entzündung entgegengewirkt werden. Begleitende Symptome wie Erbrechen und Durchfall werden können ebenfalls gelindert werden. 8 Katzen, die aufgrund einer Krebserkrankung Appetitlosigkeit zeigen, können ebenso profitieren. Der Appetit wird wieder angeregt und die schmerzlindernde Wirkung von CBD hilft der Katze auch in diesem Fall über die Schmerzen hinweg. Es gibt auch bereits positive Erfahrungsberichte zur Anwendung bei chronische Erkrankungen der oberen Atemwege. 9 Besonders interessant ist die beruhigende Eigenschaft von CBD auf unsere Fellnasen. Durch die Aktivierung der Rezeptoren im Zentralnervensystem können Angststörungen und Stress gelindert werden. Katzen, die sich am Liebsten in Luft auflösen möchten, sobald Besuch zur Tür hereinkommt, können durch eine Behandlung mit CBD die schreckliche Angst genommen werden. 10 In einer Studie mit über 600 Teilnehmern, berichten mehr als 50% der Haustierbesitzer, dass das eigene Tier weniger Schlafprobleme nach der Behandlung mit CBD hat. 11 Es gibt sogar Belege dafür, dass CBD bei Krampfanfällen von Katzen mit Epilepsie helfen soll. 12

Die Anwendung von CBD bei der Katze

Wie bei uns Menschen gilt natürlich auch bei der Katze die oberste Regel: CBD stellt bei ernsthaften Beschwerden keinen Ersatz zu dem Gang zum Tierarzt dar! Selbstverständlich darf auch nicht einfach eine bereits bestehende Medikation über Bord geworfen werden. Die Absprache mit deinem Tierarzt zum Thema CBD bei deiner Katze ist in jedem Fall empfehlenswert. Vor allem wenn es um die geeignete Dosierung geht. Prinzipiell solltest du bei deiner Katze auch mit der niedrigsten Dosis beginnen und diese je nach Bedarf anpassen. Sollte die Katze benebelt wirken, kann dies an der Überdosierung von THC liegen, welches immer zu einem winzigen Teil in CBD-Ölen vorhanden ist. In diesem Fall bitte die Dosis runterfahren.

Zudem solltest du beachten, dass eine Behandlung mit CBD ein langfristiges Ergebnis erzielt. Das heißt, eine Erhöhung der Dosis nach ein paar Tagen Behandlung ohne ersichtlichen Erfolg wäre fahrlässig. Gib dem Naturheilmittel und deiner Katze Zeit. Es kann bis zu vier Wochen dauern, bis sich die Symptome für dich ersichtlich verbessern.

Je nachdem wie umgänglich dein Schmusetiger ist, kannst du das Öl direkt in die Mundhöhle tröpfeln oder mit einem Wattestäbchen zwischen Backe und Zahnfleisch des Tieres reiben. Sollte dies beides nicht möglich sein, kannst du die Tropfen auch in das Futter deiner Katze mischen. Aber Achtung: Nicht mit Geflügel vermischen! Die Kombination aus CBD und Geflügel kann das Gleichgewicht des Verdauungssystems stören. 13

Nebenwirkung durch die Behandlung mit CBD bei Katzen

Prinzipiell sind durch CBD verursachte Nebenwirkungen nicht bekannt. Allerdings solltest du bei der Behandlung deiner Katze eine Überdosierung unbedingt vermeiden. Sollte dem tierischen Organismus zu viel CBD zugeführt werden, reagiert dieser besonders auf den THC-Anteil. Wie bereits weiter oben beschrieben, äußert sich eine Überdosierung bei der Katze durch ein benebeltes Auftreten, Appetitlosigkeit und Gleichgewichtsstörungen. Dieser Zustand kann über mehrere Stunden oder sogar Tage anhalten. Es ist daher dringend notwendig, das Tier gut zu beobachten um bei Auffälligkeiten sofort eingreifen zu können. Eine Betreuung durch den Tierarzt ist ebenfalls empfehlenswert. Schließlich kann unser geliebtes Samtpfötchen nicht mit uns reden, wenn es ihm schlecht geht. 14

Außerdem ist zu beachten, dass Katzen allgemein keine Terpene verstoffwechseln können. 15 Diese können daher für die Katze giftig sein. Es sollte daher dringend mit dem Tierarzt besprochen werden, welches CBD Öl für Katzen geeignet ist.

Am 24. und 25. November findet im „Centro de Cultura Contemporanea de Barcelona“ eine Fachkonferenz über die natürliche Therapie von Tieren statt. 16 Das Thema CBD wird auch Bestandteil davon sein. Wir sind gespannt auf weitere Studien und Erkenntnisse zum Thema CBD in der Anwendung bei Tieren.

Quellennachweise & Fußnoten:

1 https://www.institut-icanna.com/de/endocannabinoid-system.html

2 https://www.pharmazeutische-zeitung.de/inhalt-06-2005/titel-06-2005/

3 https://canna-vets.com/de/cbd-und-katzen/

4 https://www.spektrum.de/lexikon/biologie/assimilation/5537

5 https://cannabis-rausch.de/cannabis-fuer-katzen-auch-stubentigern-kann-cbd-helfen/

6 https://canna-vets.com/de/cbd-und-katzen/

7 https://cbd360.de/anwendungsgebiete/katzen/

8 https://cannabis-rausch.de/cannabis-fuer-katzen-auch-stubentigern-kann-cbd-helfen/

9 https://canna-vets.com/de/cbd-und-katzen/

10 https://cannabis-rausch.de/cannabis-fuer-katzen-auch-stubentigern-kann-cbd-helfen/

11 https://novacure.de/endocannabinoid-system/

12 https://www.royalqueenseeds.de/blog-cbd-ol-fur-katzen-was-steckt-dahinter-n935

13 https://www.bbvb.org/cbd-fuer-haustiere/

14 https://www.bbvb.org/cbd-fuer-haustiere/

15 https://www.hanf-extrakte.com/terpene-und-katzen/

16 https://canna-vets.com/de/fachkonferenz-zur-natuerlichen-heilung-von-haustieren-in-barcelona/