CBD bei Tieren – Das sagt die Tierärztin Melanie Kirchbeck

Titelbild: skeeze auf Pixabay

Es gibt viele Theorien über die Wirkung von CBD bei Tieren. Auch wurden bereits erste Studien durchgeführt, die die möglichen Wirkungsweisen des Pflanzenstoffes am Tier getestet haben und durchaus auch Erfolge damit erzielen konnten. Demnach macht es nur Sinn, dass auch die Tierärzte unseres Vertrauens sich langsam mit der alternativen Methode zur Behandlung und Unterstützung von Krankheiten am Tier auseinandersetzen. Wir wollten mehr Wissen über diese Behandlungsmöglichkeiten und wie das in der Praxis aussieht.

Melanie Kirchbeck ist leidenschaftlich Tierärztin und verfügt über jahrelange Berufserfahrung und Expertise. Sie selbst hat CBD in ihrem Sortiment aufgenommen und sich dazu bereiterklärt, uns ein paar Fragen zu dem spannenden Thema zu beantworten.

Hallo Frau Kirchbeck,
vielen Dank, dass Sie sich die Zeit nehmen, sich mit mir über die Wirkung von CBD bei Tieren zu unterhalten. Sie sind Tierärztin und betreiben gemeinsam mit Ihrer Kollegin eine Gemeinschaftspraxis in Dülmen, ist das richtig?

Ja, genau. Die Tierärztliche Gemeinschaftspraxis Kirchbeck und Schmidt besteht seit Februar 2013. Wir behandeln in unserer Praxis ausschließlich Kleintiere, wie zum Beispiel Hunde, Katzen, Meerschweinchen, Kaninchen, Hamster, Ratten, Mäuse etc. Ich selber bin Tierärztin seit 12 Jahren.

Sie haben bereits erste Berührungspunkte mit dem Wirkstoff CBD in der Tiermedizin gemacht und setzen diesen bereits gezielt bei ihren Patienten ein. Wie sind Sie darauf aufmerksam geworden bzw. was hat Sie davon überzeugt, auf pflanzliche Mittel umzusteigen?

In den sozialen Netzwerken ist CBD ja schon länger ein Thema. Nachdem ich auch im Kollegenkreis schon von zufriedenstellenden Einsätzen gehört hatte und mir dann auch noch ein Außendienstmitarbeiter einer Pharmafirma sein CBD-Produkt vorstellte, beschloss ich es zu versuchen. In der Medizin bzw. Tiermedizin ist die Anwendung von pflanzlichen/natürlichen Mitteln schon lange marktfähig und erfolgreich im Gebrauch. So sind Medikamente, die zum Beispiel den Gelenk- oder Leberstoffwechsel, die Blasengesundheit, die korrekte pH-Einstellung des Urins und das psychische Wohlbefinden unterstützen, in der Regel auf natürlicher Basis. Diese werden in der Tiermedizin schon lange mit Erfolg eingesetzt. Und das waren nur wenige Beispiele.

Nun gibt es bereits verschiedene Studien, die eine positive Wirkung von CBD auf den Gesundheitszustand des Tieres aufweisen. Beispielsweise wurde ein positiver Effekt bei Hunden mit Arthritis verzeichnet und die Angst vor dem bevorstehenden Silvesterfest soll damit auch minimiert werden können. Bei welchen Symptomen setzen Sie CBD ein und gibt es eine Faustformel bezüglich der Dosierung bei Tieren?

CBD besitzt eine Vielfalt an positiven Einflüssen auf den Körper. Chronische Schmerzen bei Arthrose-Patienten mit wiederkehrenden Osteoarthritis-Schüben (Osteoarthritis = chronisch-degenerative Gelenkveränderungen mit Knorpelabbau) können reduziert werden. Tiere mit Angstzuständen und Unsicherheiten im Alltag können oftmals besser geführt und trainiert werden. So hat CBD auch eine positive Wirkung auf die Angstreduzierung an Silvester. Hierzu muss ich allerdings sagen, dass es bei einem extrem ängstlichen Tier eine eher unzureichende Wirkung bei AKUTEN angstauslösenden Situationen hat, wie zum Beispiel Silvester. Das heißt, dass CBD bei stark ängstlichen Tieren zu Silvester eher nicht ausreicht.

Grundsätzlich fördert CBD beim älteren Tier auch die neurologische Aktivität: Die Tiere werden wieder wacher, aktiver und fitter. CBD wird auch gerne in Kombination mit Antiepileptika bei Epilepsien eingesetzt, um die Anfallshäufigkeit noch weiter zu reduzieren. Zudem kann man es auch bei Tumorerkrankungen einsetzen. Hierzu gibt es aber keine erwiesene Wirkung. Bei einem meiner Tumorpatienten ist das Tumorwachstum deutlich verlangsamt worden, ob das mit dem CBD zu tun hatte oder nicht, kann ich nicht sagen.

Eine Faustformel zur Dosierung gibt es prinzipiell nicht. Grundsätzlich gilt, dass bei schwerwiegenden Problemen mehr gegeben werden muss als bei leichteren Problemen. Meines Wissens gibt es momentan verschiedene Öle und ein Präparat in Pulverform auf dem Markt. Grundsätzlich gilt als Einstieg, dass man bei leichteren Problemen mit 2x tgl. 1 Tropfen des 5%igen Öl startet. Bei schwerwiegenderen Problemen startet man mit 2x tgl. 1 Tropfen des 10%igen Öls. Nun kann man sich langsam an die passende Dosis herantasten. Wichtig zu wissen ist aber, dass auch CBD – wie alle anderen pflanzlichen Nahrungsmittelergänzungen – eine Weile braucht bis es seine Wirkung entfaltet. So braucht CBD in der Regel ca. 3 Wochen.

Haben Sie bei der Behandlung Nebenwirkungen festgestellt?

Bei manchen Tieren ist ein gesteigerter Appetit zu verzeichnen. Sollte eine langfristige Dauerbehandlung nötig sein, sollte man in regelmäßigen Abständen die Leberwerte kontrollieren lassen, da es hier zu einem Anstieg kommen kann. Ansonsten konnten wir bisher keine Nebenwirkungen feststellen.

Was würden Sie den Tierbesitzern da draußen zum Thema CBD und Tiere raten?

Wenn Sie CBD bei Ihrem Tier ausprobieren möchten, sprechen Sie unbedingt vorher Ihren Tierarzt darauf an. Er wird Sie bezüglich der richtigen Dosierung und Anwendung beraten. CBD ist ein pharmakologisch aktiver Wirkstoff und kann somit auch Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten haben. Es kann die Wirkung anderer Medikamente hemmen oder aber auch verstärken, was zu massiven, durchaus auch lebensbedrohlichen Problemen führen kann. Daher: CBD ja, aber niemals ohne medizinische Beratung vom Fachmann!

Da bleibt mir nur noch zu sagen, vielen Dank für Ihre Zeit und diese wertvollen Informationen!