Allergien natürlich behandeln: Diese Mittel können helfen

Titelbild: Free-Photos auf Pixabay

Die Augen tränen, die Nase juckt und der Hals kratzt – bei einer allergischen Reaktion sind am häufigsten die Atemwegen, Haut und Schleimhäute betroffen. Jetzt, wo der Sommer vor der Tür steht, beginnt auch die Zeit des Pollenfluges und damit auch für viele Allergiker eine anstrengende Phase. Der Pollenflugkalender wird ausgeklappt, sodass man sich bestens für den Spaziergang im Freien vorbereiten kann. Egal ob Pollen von Gräsern oder Bäumen – irgendwas fliegt zur Zeit immer durch die Lüfte. Doch nicht nur diese können eine Allergie in uns auslösen. Es gibt ganz unterschiedliche Allergene, weshalb gleichzeitig auch die Anzahl an Allergikern steigt. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich die Zahl etwa verzehnfacht. Inzwischen ist in Deutschland jeder dritte Mensch von einer allergischen Erkrankung betroffen. Weltweit betrachtet, leiden etwa 34 Prozent der Bevölkerung unter einer Allergie. Grund dafür ist womöglich die veränderte Lebensweise von uns Menschen. Neben einer übermäßigen Schadstoffbelastung, andauerndem Stress und einer übertriebenen Körperhygiene, ernähren wir uns zunehmend ungesunden und nährstoffarm. Solche Faktoren beeinträchtigen den Körper und können ihn sogar krank machen. Die Zunahme an allergischen Reaktionen stellt dabei nur einen Bruchteil der Folgen dar. Dennoch kann sie für viele Menschen zu einem echten Problem werden und die Lebensqualität massiv einschränken. In den meisten Fällen „verfolgen“ Allergien die betroffene Personen ein Leben lang. Umso wichtiger ist es, sich mit einer entsprechenden Behandlung auseinanderzusetzen. Ob ein Antiallergikum sinnvoll ist einzunehmen, sollte zuvor mit einem Arzt besprochen werden. Doch davor können auch natürliche Mittel bei der Behandlung von Allergien helfen. Neben einer allgemeinen Ernährungsumstellung, kann beispielsweise auch CBD bei der Reduktion allergischer Symptome helfen.

Was ist eine Allergie?

Doch wovon sprechen wir eigentlich, wenn wir das Wort Allergie beziehungsweise allergische Reaktion benutzen? Bei einer allergischen Reaktion reagiert unser Immunsystem überempfindlich auf eigentlich harmlose körperfremde Substanzen. Aber Achtung: Nicht jede Überempfindlichkeit ist im Rückkehrschluss auch eine Allergie. Unverträglichkeiten gegenüber bestimmter Nahrungsmittel zum Beispiel zählen zu den Intoleranzen und nicht zu den Allergien. Eine Unverträglichkeit gegenüber Laktose ist demnach nicht wie eine allergische Reaktion anzusehen, obwohl sich die Symptome ähneln können. Die Behandlung bzw. der Umgang damit ist jedoch ganz anders. Deswegen ist es wichtig, zu differenzieren und die Beschwerden gegebenenfalls durch eine gründliche ärztliche Untersuchung abklären zu lassen. Liegt den Beschwerden eine Allergie zugrunde, kann glücklicherweise eine entsprechende Therapie gemacht werden. Die Substanzen, auf welche unser Körper mit einer allergischen Reaktion reagieren kann, nennt man Allergene.

Typische Allergene

Was man über Allergene allgemein weiß ist, dass sie sich aus Kohlenhydraten, Eiweißen und deren Bestandteilen zusammensetzen. Sie unterscheiden sich jedoch hinsichtlich der genauen Zusammensetzung. Manchmal handelt es sich um reine Kohlenhydratmoleküle, andere bestehen wiederum nur aus Eiweißen. Eine Kombination aus beiden ist ebenfalls möglich. Was alle Allergene gemein haben ist die Größe. Sie liegen alle in einem bestimmten Bereich, sodass sie einerseits komplex genug sind um heftige Reaktionen auszulösen, gleichzeitig aber auch klein genug sind, um die Barrieren wie Haut, Schleimhäute, Atemwege oder Darm zu überwinden um in den Organismus eindringen zu können. Es gibt viele unterschiedliche Allergene, zu den typischen zählen:

  • Pollen
  • Hausstaubmilben
  • Haus- und Nutztiere
  • Insektengift
  • Nahrungsmittel
  • Medikamente
  • Metalle
  • Latex 
  • Kosmetika, Putz- und Reinigungsmittel
  • Schimmelpilze

Es kann auch zu Kreuzallergien kommen, wenn die Allergene ähnliche Eiweiße enthalten. So ist es beispielsweise möglich, dass eine Pollenallergie mit einer Allergie auf bestimmte Nahrungsmittel einhergeht. Der jeweilige Auslöser der Allergie bestimmt gleichzeitig auch die Dauer der allergischen Reaktion mit. So kann eine Lebensmittelallergie auf Milch auch wieder verschwinden, während sich eine Erdnussallergie für gewöhnlich eher nicht zurückbildet. 

Wie erkenne ich eine Allergie?

Allergische Reaktionen treten am häufigsten an den Atemwegen, der Haut und den Schleimhäuten auf. Doch eine Allergie äußert sich nicht immer gleich. Sowohl die Intensität als auch die Lokalität unterscheidet sich von Person zu Person. Einfluss darauf nimmt natürlich auch das jeweilige Allergen, welches für die allergische Reaktion verantwortlich ist. In den meisten Fällen reagieren nämlich die Körperstellen, die im unmittelbaren Kontakt zur auslösenden Substanz stehen, beziehungsweise standen. Typische Symptome von Allergien können folglich sein: 

  • Schnupfen
  • Husten
  • Niesen
  • Atemprobleme
  • tränende Augen
  • Juckreiz
  • Hautausschlag
  • Schwellungen der Schleimhäute
  • Magen-Darm-Probleme

So kann aus einer harmlosen Substanzen ein Allergen werden

Doch wie entstehen Allergien eigentlich? Tatsächlich sind die Auslöser einer Allergie in der Regel verschiedene Faktoren, die EINE Ursache gibt es daher eher nicht. Häufig ist die Neigung zu einer Allergie jedoch genetisch bedingt. In diesem Fall sprechen Fachleute von einer „Atopie“. Die Vorbelastung muss aber nicht zwingend zu der Entwicklung einer allergischen Reaktion führen. Ob dies tatsächlich passiert, ist unter anderem von verschiedenen Umwelteinflüssen abhängig. Wie bereits beschrieben leben wir in einer Welt, die sich innerhalb der letzten Jahrzehnte enorm verändert hat. Dazu zählen Verschmutzungen von Luft, Wasser und Erde sowie negative Konsumgewohnheiten, wie Zigaretten und Alkohol. Doch auch Faktoren wie eine gestörte Darmflora, eine defekte Darmschleimhaut, langanhaltender Stress oder psychische Erkrankungen schwächen unser Immunsystem und machen den Körper anfällig.

All diese doch recht unterschiedlichen Faktoren haben eine Sache gemein: Sie überstrapazieren unser Immunsystem so sehr, dass sich dieses im Laufe der Zeit mit völlig unangemessenen Reaktionen zu helfen versucht. Dadurch werde sowohl Allergien als auch Folgeerkrankungen wie zum Beispiel Asthma begünstigt. Schließlich werden Substanzen wie Nahrungsmittel oder auch Hausstaubmilben zu Auslösern von unzähligen Beschwerden, obwohl sie für gewöhnlich keine Gefahr für den Körper darstellen. Grund dafür ist dabei unser Immunsystem, welches im Fall einer allergischen Reaktion auf eben diese, eigentlich harmlosen Fremdeiweiße (Allergene), wie auf einen Krankheitserreger oder Fremdkörper reagiert. Als würde das Immunsystem den Apfel vom Markt plötzlich nicht mehr als wertvollen Vitaminlieferant sondern als Schädling identifizieren, den man bekämpfen muss. Um nun also gegen den Apfel angehen zu können, bildet das System Abwehrstoffe aus. Diese sind auch unter dem Namen IgE-Antikörper bekannt. Die Abwehrzellen des Körpers greifen jetzt nicht mehr nur Bakterien, Viren, Pilze und andere Schädlinge an, sondern gehen auch vehement gegen harmlose Substanzen wie Pollen, Staub, Tierhaare oder spezielle Lebensmittel vor. 

Was tun bei einer Allergie?

Es wäre so einfach, könnten wir unserem Immunsystem einfach nur bewusst machen, dass es sich bei den vermeintlichen Gefahren um keine handelt und eine Abwehrreaktion übertrieben wäre. So leicht ist es in der Praxis jedoch nicht. Im ersten Schritt ist es essentiell herauszufinden, welche Allergene überhaupt eine allergische Reaktion auslösen. Vor allem dann, wenn die Beschwerden wie Schnupfen und geröteten Augen länger anhalten. Dazu kann man eine:n Allergolog:in aufsuchen, welche:r genau diagnostiziert, gegen was man allergisch ist. Im Anschluss kann man besser einschätzen, welchen Allergenen man geschickt ausweichen kann und wie man sich darauf vorbereitet, wenn die Vermeidungstaktik eher nicht funktioniert. So zum Beispiel bei den Pollen. Zwar unterscheidet sich die Blütezeit der verschiedenen Pflanzen, die eigenen vier Wände über diese Zeit hinweg nicht zu verlassen, ist jedoch kaum eine Option. 

Um das Ausmaß einer Pollenallergie eingrenzen zu können, hilft der Deutsche Wetterdienst, indem er eine tägliche Einschätzung zum Pollenflug abgibt. Auch die getroffenen Jahresvorhersagen bieten eine Orientierung, wann man sich beispielsweise mit einer Birkenallergie einem solchen Wald eher nicht nähern sollte und wann es sich lohnt, einen Ausflug in die Berge zu machen. Dort und am Meer ist die Pollenbelastung nämlich am geringsten. Die Vorhersagen können allerdings von Jahr zu Jahr um ein paar Wochen schwanken, sodass man keine Uhr danach stellen kann, wann der entsprechende Baum oder das jeweilige Gras seine Pollen fliegen lässt. Was man jedoch tun kann, um den Heuschnupfen in den Griff zu bekommen, ist beispielsweise die Kleidung nach Betreten der Wohnung zu wechseln sowie eine Dusche vor dem Schlafengehen zu nehmen. Dadurch reduziert man die Pollenbelastung in den eigenen vier Wänden. Auch ein Pollenschutzgitter kann dabei helfen sowie nächtliches Lüften, da zu dieser Tageszeit nur wenige Pollen durch die Luft fliegen. Eine Behandlung mit antiallergischem Mittel kann dann hilfreich sein, wenn der Pollenkalender vor den entsprechenden Pollen warnt. Jedoch sollte eine solche Maßnahme immer nur nach ärztlicher Rücksprache erfolgen. Der Gang zum Arzt bringt nicht nur Gewissheit darüber, um welche allergische Reaktion es sich handelt, sondern klärt auch darüber auf, welche Behandlungsmethode angegangen werden kann. Oft können nämlich Immunisierungs- oder Sensibilisierungstherapien Abhilfe schaffen. Doch euch Kleinigkeiten und natürliche Mittel im Alltag können dazu beitragen, die Beschwerden durch die allergische Reaktion kleiner werden zu lassen. 

Natürliche Mittel bei Allergien

In der Natur findet man häufig Unterstützung. Sei es Husten, eine Schürfwunde oder eben eine Allergie: Natürliche Hilfsmittel können als Unterstützung zur konventionellen Herangehensweise einen großen Beitrag zur Erreichung der Ziele leisten. So zum Beispiel indem sie den Körper bei möglichen allergiebedingten Entzündungen unterstützen, die Darmflora aufbauen, bei der Linderung der Symptome helfen und damit schließlich allgemeine Wohlbefinden fördern. 

1. Ernährung 

Obwohl die These wissenschaftlich noch nicht belegt ist, kann die Ernährung laut verschiedenen Quellen einen Einfluss auf die Allergie haben. Demzufolge sollte man vermehrt probiotische Lebensmittel zu sich nehmen und gleichzeitig histaminreiche meiden. 

Viele probiotische Lebensmittel 

Alle, die sich bereits intensiver mit unserer Darmflora und dem Aufbau dieser beschäftigt haben, sind mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit auf den Begriff „probiotisch“ gestoßen. Dieser Namenszusatz bedeutet, dass das Nahrungsmittel Milchsäurebakterien enthält. Die WHO definiert Probiotika als „lebende Mikroorganismen, die dem Wirtsorganismus einen Vorteil für die Gesundheit bringen, wenn sie in ausreichender Menge verabreicht werden“. Die Übersetzung der griechischen Begriffe pro und bios, von denen sich Probiotika ableiten lässt, lautet „für das Leben“. Probiotische Lebensmittel werden auch als „functional food“ bezeichnet, da sie neben der Aufgabe der Sättigung auch noch weitere Effekte bringen sollen. So zum Beispiel die Konzentration gesundheitsschädlicher Stoffwechselprodukte zu senken und gleichzeitig die Milchzuckerverdauung zu begünstigen. Ein niedriger Cholesterinspiegel soll ebenfalls ein möglicher Effekte von probiotischen Lebensmitteln sein. In erster Linie verbessern Probiotika jedoch den Aufbau der Darmflora und verringern damit gleichzeitig das Ausmaß von Allergien. Wieso? In unserem Darm befindet sich ein Großteil der Immunzellen unseres Körpers, wodurch das Verdauungsorgan zu einem Teil des Immunsystems wird. Indem Probiotika für eine gesunde Darmflora sorgen, unterstützen sie also gleichzeitig auch das Immunsystem und beugen dadurch auch Allergien vor. Immer mehr Studien beschäftigen sich mit diesem Thema und die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Darmflora in der Tat im Zusammenhang mit Allergien steht. Das Risiko für allergische Reaktionen war dann besonders gering, wenn in der Darmflora eine erhöhte mikrobielle Diversität festgestellt werden konnte. Auch soll eine gesunde Darmflora dazu beitragen, dass der Körper geringer auf Antigene reagiert. Um genau sagen zu können, welchen Beitrag ein gesunder Darm in Bezug auf Allergien leistet, ist weitere Forschung dringend notwendig. Fakt ist jedoch, dass probiotische Lebensmittel dem Körper regelmäßig zugeführt werden müssen, wenn man einen positiven Effekt erreichen möchte. Die Bakterien siedeln sich nämlich nicht im Darm an und müssen daher jeden Tag aufs Neue aufgenommen werden. Als gute Probiotikaquelle eignen sich Milchprodukte wie Joghurt und Kefir. Doch auch Sauerkraut und Kombucha enthalten wertvolle, gesunde Bakterien für den Darm und sind obendrein auch gut für Veganer geeignet. In Folge einer Frühjahrs- oder Fastenkur können auch extra Präparate zur Darmpflege eingenommen werden. Diese enthalten die guten Bakterienstämme in hoher Konzentration und unterstützen damit die Darmflora und das Immunsystem.

Wenige histaminreiche Lebensmittel 

Während die Zufuhr an probiotischen Lebensmitteln hochgefahren werden soll, sollte man gleichzeitig die Aufnahme von histaminreichen Lebensmitteln senken. Histamin ist ein Eiweißstoff, welcher sowohl vom Körper selbst produziert wird, als auch in bestimmten Lebensmitteln vorkommt. So zum Beispiel in Spinat und Tomate. Hauptsächlich jedoch befindet sich Histamin in leicht verderblichen tierischen Lebensmitteln wie Fisch, die mit entsprechenden Mikroorganismen belastet sind. Da Histamin durch den bakteriellen Abbau der Aminosäure Histidin entsteht, ist das Eiweiß auch vermehrt in Lebensmitteln enthalten, die durch Fermentation gewonnen werden. Dazu zählen Käse, Wurst, Sauerkraut, Hefeextrakt, Wein und Bier. Je länger die Mikroorganismen in dem Lebensmittel tätig sein können, desto höher ist der Anteil an Histamin. Deswegen enthält Emmentaler wesentlich mehr Histamin als junger Gouda. Tatsächlich gilt Histamin als Hauptauslöser vieler allergischer Symptome oder zumindest als Vermittler bei allergischen Reaktionen. Das Eiweiß fungiert als einer der wichtigsten Botenstoffe bei IgE-vermittelten aber auch nicht IgE-abhängigen Überempfindlichkeitsreaktionen – also bei allergisch und nicht-allergisch bedingten Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Es wird in Folge bestimmter Signale aus den Zellen ins Gewebe freigesetzt, wo es dann abhängig vom betroffenen Organ unterschiedliche Wirkungen auslöst. Diese sind in der Regel sehr typisch für eine allergische Reaktionen und äußern sich beispielsweise in Form von Juckreiz, Hautrötungen oder Quaddelbildung. 

Eine vollwertige Ernährung mit wenig tierischen Proteinen und künstlichen Lebensmittelzusätzen bewährt sich in jeder Lebenssituation und demnach auch bei Allergien. Verzichten wir mehr auf Farbstoffe, Konservierungsmittel und synthetische Aromastoffe, tuen wir unserem Körper und Immunsystem etwas Gutes.

2. Fasten

Neben einer allgemeinen Nahrungsumstellung kann auch der kurzzeitige Verzicht auf Nahrung laut Expert:inne einen positiven Einfluss auf allergische Reaktionen haben. Otto Buchinger und noch weitere bekannte Fastenärzte haben durch das Fasten verzeichnete Erfolge bei zahlreichen Krankheiten wie chronischen Entzündungen, Autoimmunerkrankungen und auch Allergien beobachten können. Die Fastenzeit sowie die damit verbundene Reinigung des Körpers und des Verdauungstraktes, ermöglicht das anschließende Austesten eventueller Nahrungsunverträglichkeiten oder Lebensmittelallergien. Darüber hinaus können andere Allergien umgestimmt werden. Das gesamte Immunsystem kann durch die Fastenzeit gestärkt werden, wodurch übertriebene Abwehrfunktionen, wie es bei einer allergischen Reaktion der Fall ist, normalisiert werden können. 

3. Trinken

Nicht nur in der Fastenzeit ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr essentiell. Unser Körper besteht zu etwa 85 Prozent aus Wasser, das sind durchschnittlich 43 Liter. Pro Tag benötigt ein erwachsener Mensch demnach zwei bis drei Liter Wasser. Ein Wasserverlust von bereits 10 Prozent kann zu schweren Mangelerscheinungen führen. Im Fall einer Allergie sind oft die Schleimhäute betroffen, weshalb vermehrtes Trinken sehr wichtig ist. Die Schleimhäute werden dadurch besser befeuchtet, was während der Pollenzeit eine wahre Wohltat sein kann. Neben klarem Wasser sollen auch Tees helfen. So zum Beispiel Brennnessel- oder Hanftee, die aufgrund der Vielzahl an sekundären Pflanzenstoffen Studien zufolge antiallergische Aktivitäten besitzen und die Histaminfreisetzung hemmen können. Je weniger Histamin ausgeschüttet wird, desto geringer fallen die Symptome einer Allergie aus. 

4. Ingwer und Kurkuma

Wer die Histaminausschüttung ebenfalls hemmen kann ist Ingwer. Darüber hinaus wird der Knolle eine antimikrobielle Wirkung nachgesagt. Diese hilft zwar nicht auf direktem Wege bei einer Allergie, trägt jedoch dazu bei, das gestresste Immunsystem zu unterstützen. Ein weiteres Superfood bei Allergien ist Kurkuma. Der in der Wurzel enthaltene Farbstoff Curcumin färbt nicht nur Curry charakteristisch gelb ein, sondern senkt nachweislich auch Entzündungen im Blut. Dadurch können beispielsweise Heuschnupfen-Symptome gelindert werden. Im Ayurveda gilt Kurkuma-Honigwasser deswegen auch als bekanntes Hausmittel mit Heuschnupfen. Man nehme demnach ein Glas lauwarmes Wasser und verrührt darin einen Teelöffel Kurkuma und einen Teelöffel Honig. Über den Tag verteilt soll man davon zwei bis drei Gläser trinken. 

5. Vitalstoffe

Zu einer vollwertigen Ernährung zählen natürlich auch Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe sowie essenzielle Fett- und Aminosäuren und sekundäre Pflanzenstoffe. Diese Mikronährstoffe sind wichtig für unsere Gesundheit, da sie an zahlreichen Prozessen im Körper beteiligt sind, welche der menschliche Organismus zum Überleben braucht. Sie sind zu einem großen Teil in Lebensmitteln enthalten oder werden vom Körper selbst produziert. Da die Lebensmittel heutzutage nährstoffärmer sind und man aufgrund seiner Ernährungsweise eventuell auf einige Lebensmittel verzichten möchte, steigt das Interesse an Vitalstoffen (Nahrungsergänzungsmittel) auf der Verbraucher:innen Seite von Jahr zu Jahr an. Vitalstoffe enthalten diese essentiellen Nährstoffe in konzentrierterer Form, als sie in herkömmlichen Lebensmitteln vorkommen. Insbesondere Mineralstoffe und Vitamine werden gerne als Ergänzung zur normalen Ernährung konsumiert. Sie werden in Tabletten-, Kapsel-, Pulverform oder als Flüssigkeit angeboten.

Vitalstoffe werden häufig eingenommen, um einen Nährstoffmangel im Vorhinein zu kompensieren. Allerdings kann es auch zu Krankheiten oder besonderen Lebensumständen kommen, durch welche der Körper eine höhere Konzentration an Mikronährstoffen benötigt. Die orthomolekulare Medizin gilt als gezielte Ergänzung von Mikronährstoffen bei eben solchen akuten oder chronischen Erkrankungen und besonderen Lebensumständen. Dazu zählt beispielsweise die Gelenkerkrankung Arthrose oder auch eine Schwangerschaft, bei welcher die Therapieform die Gesundheit der Frau und des Babys fördert. 1968 definiert Dr. Linus Pauling die orthomolekulare Medizin im Fachmagazin Science wie folgt: „Orthomolekulare Medizin ist die Erhaltung guter Gesundheit und die Behandlung von Krankheiten durch Veränderung der Konzentration von Substanzen, die normalerweise im Körper vorhanden und für die Gesundheit verantwortlich sind“. Im Fall einer allergischen Reaktion können ebenfalls bestimmte Mikronährstoffe gezielt eingesetzt werden, um die bereits bestehenden Beschwerden zu lindern. Auch als präventive Maßnahme kann die orthomolekulare Medizin dabei helfen, generell das Risiko für das Auftreten einer Allergie zu reduzieren. Folgende Nährstoffe sind bei Allergien förderlich:

  • Vitamin C
  • Kalzium
  • Vitamin D
  • Omega-3-Fettsäuren
  • Zink
  • Mangan
  • Molybdän

6. OPC 

Wenn man Allergien natürlich behandeln möchte, kann OPC eine Lösung sein. Wie wir bereits wissen, sind Histamine an der allergischen Reaktion im Körper beteiligt, weshalb die Reduktion von Histamin die Symptome eine Allergie lindern kann. Das Traubenkernextrakt (OPC) ist laut verschiedener Studien dazu in der Lage, den Histaminspiegel zu beeinflussen. Die pflanzliche Substanz zählt zu den sekundären Pflanzenstoffen. Sie soll einen hemmenden Effekt auf das Enzym L–Histamin–Decarboxylase haben. Auch die im Traubenkernextrakt enthaltenen Flavonoide können dazu beitragen, die Freisetzung von Histamin zu hemmen. Demnach gilt OPC als natürliches Antihistaminika. Der Einsatz bei Heuschnupfen soll ganz besonders wertvoll sein. Die Ergebnisse einer kanadischen Studie zeigen, dass die besten Ergebnisse dann erzielt werden, wenn man mit der Einnahme bereits sieben bis acht Wochen vor dem Pollenflug beginnt. Darüber hinaus gilt OPC übrigens auch als eines der stärksten natürlichen Anti-Aging Mikronährstoffe. 

7. CBD

Auch die Cannabinoide der Hanfpflanze sollen die Histamin-Bindung hemmen können. Darunter auch das immer beliebter werdende Cannabidiol (CBD). Dieses zählt zu den nicht psychoaktiven Cannabinoiden der Hanfpflanze. Es gibt bereits einige Studien, welche die Wirkung des Cannabinoids untersuchen. Unter anderem welche, die darauf hinweisen, dass CBD Öl auch bei Allergien eine vielversprechende Ergänzung sein könnte. CBD wird nämlich nicht nur gezielt in der Schmerztherapie eingesetzt, sondern auch präventiv eingenommen, um das Immunsystem zu unterstützen. Darüber hinaus kann CBD harmonisierend wirken und dadurch für mehr Wohlbefinden sorgen, auch in der Allergiezeit. Denn genau dann spielen psychosomatische Aspekte auch eine Rolle. Experte für Nährstoffmedizin Volker Schmiedel sieht in Allergien auch einen möglichen „Ausdruck der Abwehr gegenüber der Umwelt [ ]. Gestörte Beziehungen sollten [ deswegen ] harmonisiert und chronischer Stress abgebaut werden“. In diesem Bereich kann CBD definitiv unterstützen. Ein weitere Möglichkeit ist die Hilfe bei allergiebedingten Hautthematiken. Das CBD kann in diesem Fall nicht nur innerlich eingenommen unterstützen, sondern auch lokal auf die betroffenen Stellen aufgetragen werden. Um aussagekräftige Ergebnisse zu erzielen, braucht es hier jedoch noch weitere klinische Studien. 

8. Apfelessig und Honig

Eine Kur mit Apfelessig und Honig soll bei Heuschnupfen helfen. Dem Apfelessig werden entzündungshemmende und keimmindernde Eigenschaften zugeschrieben. Dadurch können Symptome einer Pollenenergie gelindert werden. Pro Tag ein Glas mit zwei Esslöffel Apfelessig sollen die Symptome nur dezent bemerkbar machen. Für den Geschmack und als perfekte Ergänzung zum Essig, kann man dem Getränk noch Honig hinzufügen. Honig hat eine antibakterielle Eigenschaft und verfügt über eine geringe Menge an Blütenpollen, wodurch beim Verzehr das Immunsystem trainiert werden kann. Im besten Fall greift man auf Honig aus der Region zurück, da dann auch die Pollen enthalten sind, gegen die man allergisch ist. Je nachdem ob man eher gegen Frühblüher allergisch ist oder sich der Heuschnupfen eher im Sommer bemerkbar macht, greift man eher zu Honig, welcher im Frühjahr oder Spätjahr aus den Waben geschleudert wurde. Außerdem sollte der Honig natürlich möglichst naturbelassen sein und nicht zuvor erhitzt, bestrahlt oder gefiltert werden. Das Getränk mit Apfelessig und Honig lässt sich wunderbar in den Speiseplan integrieren, die Abwehrkräfte unterstützt und die Symptome einer allergischen Reaktion lindern.

9. Ätherische Öle

Zuletzt ein weiteres beliebtes natürliches und vor langer Zeit etabliertes Heilmittel bei Allergien: Ätherische Öle. Bei diesen Ölen handelt es sich um konzentrierte aromatische Flüssigkeiten, die durch Pflanzenextraktion gewonnen werden. Diese Therapieform wird bereits seit Jahrhunderten für therapeutische Zwecke eingesetzt. Zu den wertvollen ätherischen Ölen bei einer Pollenallergie zählen:

  • Pfefferminzöl
  • Eukalyptusöl
  • Weihrauch
  • Zitronenöl
  • Lavendelöl
  • Kamillenöl
  • Teebaumöl

Insbesondere das Pfefferminzöl soll bei Beschwerden wie Husten hilfreich sein. Eine Studie aus dem Jahr 2010 belegt, dass Pfefferminzöl auf die glatte Muskulatur entspannend wirkt. Das wiederum mindert die Kontraktionen, die den Hustenreiz auslösen. Neben dem Husten zählen aber auch mentale Erschöpfung und Angstzustände zu möglichen Symptomen von Allergikern. Auch dagegen kann das ätherische Öl wirksam sein. Eine gute Ergänzung zu Pfefferminze ist Eukalyptus. Ein ätherisches Öl aus dieser Pflanze soll bei Trockenheit im Rachen und Halskratzen unterstützen und sich positiv auf Infektionen des oberen Atmungsapparats auswirken. Nicht zuletzt kann laut Studien das Zitronenöl in Form von zitronenbasiertem Nasenspray dabei helfen, die Bakterienaktivität zu hemmen und allergische Rhinitis, wozu Heuschnupfen zählt, zu behandeln.